{"id":170,"date":"2010-12-04T21:40:47","date_gmt":"2010-12-04T19:40:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=170"},"modified":"2013-02-26T21:42:24","modified_gmt":"2013-02-26T19:42:24","slug":"28-nikolauslauf-der-tg-neuss-die-geburt-des-dummschwitzers","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=170","title":{"rendered":"28. Nikolauslauf der TG Neuss &#8211; Die Geburt des Dummschwitzers"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eigensaftsaunen im Schneegest\u00f6ber<\/strong><\/p>\n<p>Samstag, 04.12.2010<br \/>\n5km &#8222;Nikolaus-Lauf&#8220; der TG Neuss<\/p>\n<p>Ich hatte noch vor dem Winter einen teuflischen Plan ausget\u00fcftelt, um m\u00f6glichst freiwillig gut trainiert \u00fcber den Winter und vor allem durch die Weihnachtsfeiertage zu kommen.<br \/>\nKernst\u00fcck dieses Planes waren drei Wettkampf-Termine:<\/p>\n<p>07.11. 10km Cross in Konz bei Trier<br \/>\n04.12. 5km leichter Cross in Neuss bei D\u00fcsseldorf<br \/>\n31.12. 8km Stra\u00dfe in Trier<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Nun stand also der &#8222;Nikolauslauf der TG Neuss&#8220; an. 5km leichter Cross im Stadion. So stand es in der Ausschreibung. Was habe ich mir denn darunter vorzustellen?<br \/>\nHaben die ein Fussballstadion gemietet und kleine Hindernisse wie Baumst\u00e4mme oder dergleichen aufgebaut?<br \/>\nHmm&#8230; Sogar Spikes sind erlaubt.<br \/>\nGut, die habe ich schonmal nicht.<br \/>\nAber ich hatte mir extra f\u00fcr diese drei Rennen eine Art &#8222;Neopren-Shirt&#8220; von Puma zugelegt.<br \/>\nMit diesem Teil sah ich zwar ein wenig aus wie eine Presswurst im eigenen Darm, aber Laufen bei Temperaturen von -5\u00b0C war ohne Probleme m\u00f6glich.<\/p>\n<p>So schmiss ich dann leicht gehetzt meine Siebensachen in die Sporttasche, doppelcheckte nochmal alles und fuhr gut 2 Stunden vor Rennbeginn gen Neuss.<br \/>\nAllein diese Tatsache lenkte mich mehr ab, als mir eigentlich lieb war:<br \/>\nDenn zum Einen lag besagtes &#8222;Stadion&#8220; nur einen Steinwurf von jenem Krankenhaus entfernt, in welchem ich 4 Monate zuvor nach meinem Rennradunfall m\u00fchsam wieder zusammengen\u00e4ht werden musste.<br \/>\nAber zum Anderen -und das besch\u00e4ftigte mich viel mehr- passierte ich auf dem Weg dorthin den Stadtteil in welchem zuletzt ebenjene Freundin lebte, die mir im Sp\u00e4tsommer 2008 versucht hatte das Laufen schmackhaft zu machen &#8211; und im Herbst 2010 tragisch ums Leben kam&#8230;<\/p>\n<p>Trotz Schneegest\u00f6ber und schlechter Sicht verlief die Fahrt problemlos und auch ein Parkplatz in Stadionn\u00e4he war schnell gefunden.<br \/>\nDie Sporttasche umgeh\u00e4ngt und einfach den anderen Sporttaschentr\u00e4gern vor mir folgen. Die hielten Zielstrebig auf eine Sporthalle zu, traten ein, nickten einem \u00e4lteren Mann hinter einem Tresen zu und erklommen eine Treppe.<br \/>\nAh sehr gut: Die Sporthalle wurde also zur &#8222;Massenumkleide und Aufenthaltsraum&#8220; umfunktioniert. Das hatte ich ja schon beim Nachtlauf in Zons so erlebt. Gute Idee, erst recht bei diesem Wetter.<br \/>\nSo trat auch ich zielstrebig ein, nickte ebenfalls dem Tresen-Mann zu, huschte die Treppe hinauf und&#8230; es befand sich kein einziger L\u00e4ufer auf den R\u00e4ngen, oder dem Spielfeld.<br \/>\nStattdessen fand hier gerade ein Hallen-Hockeyspiel statt und ich hatte mich einigen Auswechselspielern, oder Gott-wei\u00df-wem angeschlossen und war daher auch vom Kassenmann nicht behelligt worden.<br \/>\nAuff\u00e4llig unauff\u00e4llig machte ich auf dem Absatz kehrt und trollte mich wieder ins Freie.<br \/>\nUnd wo war jetzt &#8218;mein&#8216; Stadion?<br \/>\nHmm&#8230; einfach mal drumherum gehen, soo riesig wird die Sportanlage schon nicht sein.<br \/>\nDa kamen mir auch schon 4 junge, drahtige Kerls mit Sportschuhen und Trainingsanz\u00fcgen entgegen.<br \/>\nSie unterhielten sich lautstark dar\u00fcber, dass es ja jetzt gleich losgehen w\u00fcrde und dass die letzten Trainingseinheiten sehr vielversprechend verlaufen sind.<br \/>\nDann schlie\u00dfe ich mich mal dieser Gruppe an.<br \/>\nUnd tats\u00e4chlich: Sie betraten ein anderes Geb\u00e4ude durch eine schmale T\u00fcr. So durchquerten wir einige enge Korridore und endlich stand ich in einer Umlkleidekabine.<br \/>\nVor mir knapp ein Dutzend junger M\u00e4nner, alle im selben Sportdress und einige kramten gerade Handb\u00e4lle aus ihren Sporttaschen.<br \/>\nAlle Augen richteten sich fragend auf mich.<br \/>\n&#8222;Oh, sorry&#8230; falsche Sportart&#8220;, stammelte ich und suchte abermals das Weite.<br \/>\nHockey, Handball&#8230; Neuss ist aber ein sportliches Fleckchen Erde, soviel steht fest.<br \/>\nHinter der Halle er\u00f6ffnete sich mir schlie\u00dflich ein zugeschneiter, verwaister Sportplatz und auf dem angrenzenden Weg tummelten sich viele, viele sportlich gekleidete Menschen mit auff\u00e4llig klobigen Armbanduhren.<br \/>\nBingo!<\/p>\n<p><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-04-01-vnv-dummschwitzer\/img_0001.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"320\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Ich folgte den wegweisenden DIN A4-Zettelchen mit der Aufschrift &#8222;Umkleiden&#8220; und fand mich schlie\u00dflich in einem circa 5m\u00b2 &#8218;gro\u00dfem&#8216; Raum, vollgestopft mit 3 Paar B\u00e4nken, einer Wand mit Schwimmbad-Schlie\u00dfschr\u00e4nken und gef\u00fchlt 40 Mann, die alle versuchen sich in Laufsachen zu zw\u00e4ngen.<br \/>\nAber warm war es!<br \/>\nNaja, Kunstst\u00fcck. Die Fenster lie\u00dfen sich nicht \u00f6ffnen&#8230;<br \/>\nSchlie\u00dflich ergatterte ich ein kleines Fleckchen Erde und begann mich umzuziehen.<br \/>\nKennt ihr dieses Gef\u00fchl, diesen kurzen Blitz, der euch trifft, wenn man nicht nur merkt, dass man etwas extrem wichtiges Utensil vergessen habt, sondern pl\u00f6tzlich auch genau wei\u00df wo es sich gerade befindet?<br \/>\nSo sah ich in meiner Tasche nebst den Duschsachen nur die Schuhe, Lauftights und das Kopftuch.<br \/>\nVor meinem geistigen Auge tauchte zus\u00e4tzlich das Neopren-Laufshirt auf.<br \/>\nEs lag warm und trocken auf meiner Couch.<br \/>\nDamn it!<br \/>\nOk, was habe f\u00fcr Alternativen?<br \/>\n\u00c4hm&#8230; ich kann in meinem einfachen Baumwoll-Tshirt laufen, oder aber im Pulli.<br \/>\nBeides bei -3\u00b0C nicht empfehlendswert.<br \/>\nAch Mist!<br \/>\nDie Zeit reichte nichtmal ansatzweise, um das Shirt von zu Hause zu holen&#8230;<br \/>\nAlso den Start absagen?<br \/>\nBleibt mir wohl nichts anderes \u00fcbrig, aber dann gehe ich wenigstens ins Rennb\u00fcro und melde mich ordentlich ab. Einfach nicht erscheinen ist nicht mein Stil.<br \/>\nDie Frau im Wettkampfb\u00fcro sortierte gerade knall-orangene Werbe-Tshirts in Kartons ein und blickte mich fragend an.<br \/>\nWie von weit weg h\u00f6re ich mich selbst sagen: &#8222;Ich h\u00e4tte gerne eines der Shirts in Gr\u00f6\u00dfe L &#8230; und meine Startnummer bitte, der Name ist&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Beides wurde mir gegen 10Euro ausgeh\u00e4ndigt.<br \/>\nBinnen Nanosekunden hatte ich einen neuen Plan und Entschluss gefasst und so verkr\u00fcmelte ich mich zur\u00fcck in mein Auto:<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde meines und das neu erstandene Baumwollshirt \u00fcbereinander anziehen. Dar\u00fcber dann meine Windstopper Laufjacke, an den Beinen nur die kurze Lauftights und f\u00fcr nach dem Rennen blieb mir somit der Pulli und die lange Hose.<br \/>\nSuper Plan.<br \/>\nNaja eigentlich ein schei\u00df Plan, aber besser gings nunmal nicht.<\/p>\n<p>Als ich mich warmlief unterschied ich mich \u00e4u\u00dferlich noch nicht von den anderen L\u00e4ufern. Ich war halt der Einzige, der die Startnummer <em>auf<\/em> der Jacke trug. Alle anderen hatten ihre Nummer <em>darunter<\/em>.<br \/>\nSchon beim Warmlaufen trieb es mir dank der 2 Shirts den Schwei\u00df auf die Stirn. Oh man, diese 5000m werden mein Ende bedeuten.<br \/>\nLungenentz\u00fcndung.<br \/>\nMindestens!<\/p>\n<p>In buchst\u00e4blich letzter Minute vor dem Start entschied ich mich um:<br \/>\nDas bereits jetzt durchgeschwitzte schwarze Shirt musste weg!<br \/>\nAlso entbl\u00e4tterte ich mich mitten im Schnee obenrum komplett, zog dann nur das knallorangene Werbeshirt an, dar\u00fcber die Laufjacke&#8230; ja und was jetzt mit meinem schwarzen Shirt? Zum Auto und zur\u00fcck w\u00fcrde ich es nicht schaffen!<br \/>\nDer Rennleiter bat alle m\u00e4nnlichen 5000m-Starter sich &#8222;Hinter der wei\u00dfen Linie aufzustellen&#8220;.<br \/>\nHaha, ein Witzbold! Hier liegen 25cm Neuschnee rum&#8230;<br \/>\nHastig zog ich also mein schwarzes Shirt <em>\u00fcber<\/em> die Jacke und legte meine Startnummer an.<br \/>\nR\u00fcckenaufdruck des Shirts war \u00fcbrigens: <strong>Nicht st\u00fcrzen!<\/strong><br \/>\nSo sputete ich mich zur Startlinie und begutachtete noch kurz die anderen L\u00e4ufer: Allesamt durchtrainierte Kerls, nur etwas abseits stand ein etwas untrainierterer junger Mann in einem grauen Jogging-Anzug Marke Kaufhof-W\u00fchltheke.<br \/>\nGut, Letzter w\u00fcrde ich also nicht werden, trotz meines Ausr\u00fcstungs-Handicaps.<br \/>\nDer Startschuss fiel, das Feld setzte sich rasch in Bewegung und als es nach gut 300m nach links abbog h\u00f6rte ich von hinten (vermutlich) meinen Baumwoll-Leidensgenossen sagen: &#8222;War ja klar. Erste Kurve und schon wieder Letzter&#8230;&#8220;<br \/>\nWenigstens hatte er seinen Humor nicht verloren. Den w\u00fcrde er auch noch brauchen, denn allein ich w\u00fcrde ihn 2mal \u00fcberrunden &#8211; auf einem 5-Runden-Rennen.<\/p>\n<p>Das Laufen auf frisch gefallenen Schnee ist eine Sache f\u00fcr sich.<br \/>\nKraftraubender, ungewohnter, langsamer.<br \/>\nAber dennoch konnte ich ganz gut mit der Spikes-Fraktion mithalten.<br \/>\nWie gewohnt war ich von sehr weit hinten im Feld gestartet.<br \/>\nIch mag es einfach nicht \u00fcberholt zu werden, ich \u00fcberhole lieber selber.<br \/>\nSo auch jetzt.<br \/>\nIn der ersten der 5 1000m-Runden &#8218;kassierte&#8216; ich direkt eine handvoll Konkurrenten.<br \/>\nDas Ende einer jeden Runde marktiere \u00fcbrigens eine 90\u00b0 Linkskurve, die direkt in ein 5m kurzes, aber mit 50\u00b0 Steigung wirklich kraftraubendes Steilst\u00fcck \u00fcberging.<br \/>\n<em>DAS<\/em> saugt richtig Kraft und bringt einen \u00fcberdies auch voll aus dem Lauf- und Atemrythmus!<br \/>\nIn der zweiten Runde \u00fcberholte ich immerhin noch 2 oder 3.<br \/>\nIn der Dritten hing ich dann hinter einem L\u00e4ufer, der von 2 M\u00e4dels und seinem Trainer frenetisch als &#8222;Martin&#8220; angefeuert wurde.<br \/>\nIch hing ihm dicht auf den Fersen, lie\u00df einfach nicht locker und zum Ende der Runde \u00fcberholte ich ihn schlie\u00dflich sogar.<br \/>\nAber so richtig absetzen konnte ich mich danach nicht mehr.<br \/>\nDieser Martin hing mir dicht auf den Fersen. Seine Freunde feuerten ihn mehr und mehr an.<br \/>\nUnd so kam es, dass er mich knapp 900m sp\u00e4ter wieder \u00fcberholte.<br \/>\nDas war das erste Mal, dass ich je \u00fcberholt wurde!<br \/>\nIch versuchte mitzuhalten, aber im ersten Drittel der letzten Runde musste ich Martin ziehen lassen.<br \/>\nUnd nicht nur das: Ein weiterer L\u00e4ufer \u00fcberholte mich.<br \/>\nUnd was f\u00fcr einer.<br \/>\nW\u00e4hrend Martin wenigstens noch jung und atheltisch aussah, war dieser Typ ein abgebrochener Meter, der selbst schon aus dem letzten Loch pfiff.<br \/>\nSo gehts ja nun nicht!<br \/>\nWir erreichten eine Haarnadelkurze, danach folgten knapp 5 Meter vereiste Piste und danach wollte ich meinen Angriff starten.<br \/>\nEs w\u00fcrden noch 300, vielleicht 400 Meter bis zum Ziel sein.<br \/>\nRegel Nummer 1 beim \u00dcberholen w\u00e4hrend eines Rennens:<br \/>\nWenn du dich entschlie\u00dft jemanden zu \u00fcberholen, dann musst du dabei so schnell sein und \/ oder souver\u00e4n wirken, dass dein Gegner nichtmal an Gegenwehr denkt.<br \/>\nKurz: Du darfst ihn nicht nur \u00fcberholen, du musst ihn vernichten!<\/p>\n<p>Und so \u00e4hnlich lief es dann auch ab.<br \/>\nMit einem laut pfeifenden Ger\u00e4usch stie\u00df ich die Luft aus meinem Lungen, pumpte sie mit frischer, kalter Luft voll und verdoppelte beinahe mein Tempo.<br \/>\nMartins Trainer sah mit gro\u00dfen Augen zu.<br \/>\nSeinen Sch\u00fctzling w\u00fcrde ich nicht mehr einholen k\u00f6nnen, aber ich lief so als w\u00fcrde ich es versuchen.<br \/>\nWie von der Tarantel gestochen, laut schnaufend und wild mit den Armen arbeitend stob ich die langgestreckte Rechtskurve auf das &#8222;Zielzelt&#8220; zu.<br \/>\nKeine Ahnung, ob mein direkter Gegner mithielt, aber ich tat so, als w\u00fcrde er.<br \/>\nNur keine Schw\u00e4che zeigen, nicht zur\u00fcck blicken!<br \/>\nIch rauschte in das Zelt ein.<br \/>\nWild gestikulierten dort einige Personen, als ich keinerlei Anstalten machte das Tempo zu verringern.<br \/>\nIch bin halt Teamsoft-Gatter gewohnt, oder Chip-Matten.<br \/>\nWie sollte ich denn ahnen, dass die den Barcode meiner Startnummer einscannen wollen?<br \/>\nIn die fragenden Gesichter mit den ungl\u00e4ubig aufgerissenen Augen brachte ich zwischen zwei Atemst\u00f6\u00dfen so etwas wie &#8222;Das ist der pure Rausch&#8220; hervor, nahm meinen Weckmann in Empfang und sackte neben dem Zelt erstmal in den Schnee.<br \/>\nVor lauter Aufregung verga\u00df ich sogar meine nagelneue Garmin-Laufuhr anzuhalten&#8230;<br \/>\nDer Schwei\u00df lief mir in Sturzb\u00e4chen den R\u00fccken hinunter, mein Gesicht gl\u00fchte &#8211; aber ich hatte es geschafft.<br \/>\nRaus aus den Klamotten, ich musste mich schnell abbrausen, abtrocknen und umziehen.<br \/>\nGesagt, getan.<br \/>\nAls ich danach in langer Laufhose und Pulli zum Getr\u00e4nkestand kam, musste ich feststellen, dass bis auf ganz wenige Personen bereits alle fort waren.<br \/>\nIch bekam von der netten Getr\u00e4nkefrau noch einen hei\u00dfen Zitronentee &#8222;aufs Haus&#8220;, da die Kasse bereits abgebaut war und versprach ihr das Geld n\u00e4chstes Jahr beim Lauf zu geben.<br \/>\nIm Hintergrund wurde ein selbstgeschreinertes Siegertreppchen aufgebaut die &#8218;feierliche&#8216; Siegerehrung began.<br \/>\nIch lehnte etwas abseits an ein Gel\u00e4nder und sah dem lustigen Treiben zu.<br \/>\nDas Ganze hatte in etwa Schul-Tombola-Charakter, und dass der &#8218;Moderator&#8216; in ein Mikrofon sprach, welches an eine Art tragbarer Kassettenrekorder angeschlossen war, verst\u00e4rkte diesen Eindruck noch mehr.<br \/>\nDennoch war es eine Siegerehrung und bisher hatte ich noch jedem &#8218;Konkurrenten&#8216; die geb\u00fchrende Anerkennung f\u00fcr die erbrachte Leistung gezollt.<br \/>\nSo wurden zuerst die ersten drei des Gesamtklassements geehrt, danach ging es an die verschiedenen Alterklassen.<br \/>\nMein Becher war l\u00e4ngst leergetrunken, das Publikum hatte sich mittlerweile auf knapp 10 Personen reduziert und auch ich wollte gerade gehen, als&#8230;<br \/>\n&#8222;Und nun darf ich Karsten Sxxxxx herbitten. Er ist mit 22:05 erster der Klasse M30&#8230;&#8220;<br \/>\nMir fiel der leere Becher aus der Hand.<br \/>\n&#8222;Karsten, bist du noch da?&#8220;<br \/>\nSo betrat ich zum ersten Mal die oberste Stufe eines Siegerpodestes!<br \/>\nUnter dem &#8218;Applaus&#8216; der verbleibenden 8 Personen (Moderator und mich ausgenommen) wurde mir die Urkunde sowie ein ziemlich hochwertig wirkender Reisetrolli \u00fcberreicht.<br \/>\nWie geil ist das denn?!<br \/>\nZweitplatzierter wurde ein Triathlet, mit dem ich mich danach noch kurz unterhielt. Seine Frau, ebenfalls Triatheltin, stie\u00df zu uns.<br \/>\nWir stellten fest, dass ich etwas mehr als eine Minute Vorsprung auf ihn hatte.<br \/>\n&#8222;Aber eigentlich ist das Radfahren meine Hauptdiszilpin&#8220; sagte er mit charmanten Grinsen und dicken, englischen Akzent.<\/p>\n<p>Trotz der widrigen Bodenbeschaffenheit und obwohl ich (zumindest gegen Ende des Rennens) knapp 3kg Ballast in Form von Schwei\u00df in meiner &#8222;Baumwoll-Wettkampf-Kleidung&#8220; mitschleppte hatte ich ein ganz passables Rennen gelaufen.<br \/>\n5km in 22:05 liegt gut im Schnitt meiner damaligen 10km Bestzeit von 44:47min.<\/p>\n<p>Mein Plan halbwegs trainiert durch den Winter zu kommen schien also aufzugehen &#8211; und das obwohl ich mir selbst so dumm und unn\u00f6tig durch die schwei\u00dftriefenden Shirts eine bessere Zeit verbaut hatte.<\/p>\n<p>An diesem Abend kam mir zum ersten Mal ein Wortkonstrukt in den Sinn, welches 4 Wochen sp\u00e4ter eine gro\u00dfe Rolle spielen sollte:<\/p>\n<p><strong>Dummschwitzer<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigensaftsaunen im Schneegest\u00f6ber Samstag, 04.12.2010 5km &#8222;Nikolaus-Lauf&#8220; der TG Neuss Ich hatte noch vor dem Winter einen teuflischen Plan ausget\u00fcftelt, um m\u00f6glichst freiwillig gut trainiert \u00fcber den Winter und vor allem durch die Weihnachtsfeiertage zu kommen. 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