{"id":268,"date":"2011-06-18T03:08:35","date_gmt":"2011-06-18T01:08:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=268"},"modified":"2013-04-06T03:08:58","modified_gmt":"2013-04-06T01:08:58","slug":"29-neusser-sommernachtslauf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=268","title":{"rendered":"29. Neusser Sommernachtslauf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monegassisches Renn-Flair am Niederrhein<\/strong><\/p>\n<p>Samstag, 18. Juni 2011<\/p>\n<p>Immer nur stur die 10km im Wettkampf ablaufen ist auf Dauer f\u00fcr den Kopf nicht sehr gut.<br \/>\nMan wird &#8218;m\u00fcde&#8216;, verliert den Biss, den Siegeswillen.<br \/>\nZur Abwechslung hatte ich mir also nach meinen 5km Gegenwind-Trainingslauf am leverkusener M\u00fchlbachdamm zwei 5000m-Wettk\u00e4mpfe in den Rennkalender eingebaut.<br \/>\nDer Erste sollte heute Abend stattfinden.<br \/>\nWieder einmal in Neuss.<br \/>\nJenem St\u00e4dtchen in der N\u00e4he D\u00fcsseldorfs, in welchem ich 2008 meine ersten Jogging-Laufschritte auf dem Rheindamm tat.<br \/>\nAm 17.7.2010 hatte ich dort w\u00e4hrend meiner Triathlon-Vorbereitung einen recht schweren Rennradsturz und lag knapp 7 Tage zur Beobachtung mit angeschwollenem und zusammengen\u00e4hten Gesicht im Lukaskrankenhaus.<br \/>\n(Liebe Gr\u00fc\u00dfe an die Belegschaften der C1A und C2B ! *zwinker*)<br \/>\nIm Dezember schlie\u00dflich lief ich beim Nikolauslauf der TG-Neuss \u00fcber 5000m zum ersten Mal an die Spitze meiner Altersklasse M30.<\/p>\n<p>Neuss ist f\u00fcr mich also nicht nur irgendein Veranstaltungsort.<\/p>\n<p>Bereits auf der Autobahn erf\u00fcllte mich eine tiefe Zufriedenheit und Freude hier und heute antreten zu d\u00fcrfen.<br \/>\nNoch in der Lage zu sein antreten zu k\u00f6nnen!<br \/>\nIch fuhr einen kleinen Schlenker, vorbei am Lukaskrankenhaus, passierte die Polizeiwache in welcher ich nach der Protokollaufnahme mein v\u00f6llig zerrissenes Rennrad in Empfang nahm und nat\u00fcrlich auch die gegen\u00fcberliegende Tankstelle, an der ich damals direkt eine Schachtel Fluppen kaufe, w\u00e4hrend ich auf meinen Bruder wartete, der mich und mein Alu-Kn\u00e4uel abholen wollte.<br \/>\n(Oh, man&#8230; zum Gl\u00fcck habe ich das jetzt auch wieder hinter mir!)<br \/>\n<!--more--><br \/>\nMit ein wenig Gl\u00fcck fand ich in direkter N\u00e4he zum Wettkampfb\u00fcro und der Rennstrecke einen kostenlosen Parkplatz.<br \/>\nIm Wettkampfb\u00fcro nahm ich problemlos meine Startunterlagen in Empfang und staunte nicht schlecht \u00fcber die verwendete Zeitnahme:<br \/>\nBei gr\u00f6\u00dferen L\u00e4ufen benutzt man ja in der Regel den Mika Timing-ChampionChip.<br \/>\nAlternativ kommen gechipte Einweg-Startnummern zum Einsatz.<br \/>\nHier aber befand als Seitenabriss an der Papier-Startnummer ein schmaler Kunststoff-Streifen mit 2 L\u00f6chern:<br \/>\nEin Einweg-Schuh-Chip.<br \/>\nDas ist ja malganz was Neues und schaut auch recht ungewohnt aus, dieses F\u00e4hnchen am Schuhwerk:<\/p>\n<p><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-06-18-neuss\/img_0407.jpg\" alt=\"\" width=\"390\" height=\"293\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Der 5000m-Lauf war aufgrund der gro\u00dfen Teilnehmerzahl in zwei L\u00e4ufe unterteilt worden.<br \/>\nDer &#8222;Schnelle F\u00fcnfer&#8220; um 19:30Uhr mit Zielzeit unter 25min (mein Lauf). Der &#8222;Comfort F\u00fcnfer&#8220; mit Zielzeit 25 und mehr Minuten w\u00fcrde um 20 Uhr starten.<br \/>\nUm 21Uhr schlie\u00dflich sollte der 10km-Hauptlauf starten.<\/p>\n<p>So versammelten wir uns kurz vor 19:30Uhr an der Startlinie. Ein illustrer Haufen bunter Gesellen, wie eigentlich immer. Man witzelte herum, flaxte \u00fcber Zielzeiten und fachsimpelte \u00fcber die verwendeten GPS-Uhren.<br \/>\nDann pl\u00f6tzlich dr\u00f6hnte eine Pressluft-Hupe von hinten. Der Kehr-Fahrer des StaffelLaufes kam ums Eck gebogen und machte sich schon von weitem Geh\u00f6r:<br \/>\n&#8222;Alle mal bitte zur Seite, f\u00fcr die letzt Staffel-L\u00e4uferin. Zur Seite bitte!&#8220;<br \/>\nWir bildeten ein Spalier, jolten und klatschten.<br \/>\nEin Mann im blauen Trikot kam auf uns zu gelaufen, wir jubelten noch lauter, klatschten frenetischer.<br \/>\nDer Mann wurde langsamer, reihte sich in das Spalier ein, sah sich kurz um &#8211; und klatschte ebenfalls.<br \/>\nJa&#8230; wie?!<br \/>\nIm Hintergrund bog eine sehr junge Frau mit rotem Kopf, breitem L\u00e4cheln und B\u00e4rchen-Rucksack um die Ecke.<br \/>\nIn einer Hand den Staffel-Stab verteilte sie mit der Anderen kleine Flyer und klatschte etliche von uns 200 Spalier-Steher ab.<br \/>\nSie hatte eindeutig den geilsten Zieleinlauf von allen und wir waren uns auch sofort einig: Wenn Staffel, dann als letztes finishen!<\/p>\n<p>Um Punkt 19:30 Uhr gab es einen m\u00e4chtigen Knall, kurz zuckten wir alle zusammen. Mit der Haubitze kann der Wettkampfrichter aber gut und gerne kleinere Sterne aus dem Himmel schie\u00dfen!<\/p>\n<p>Das Rennen hatte begonnen.<\/p>\n<p>Ich hatte mich etwa unter den ersten 75 der circa 250 Starter eingereiht. Ziemlich weit hinten f\u00fcr meinen Geschmack.<br \/>\nAuch war ich zur Schonung die gesamte Woche nicht gelaufen, hatte nur am Montag eine Studio-Einheit eingebaut.<br \/>\nAbsolut ungewohnt jetzt hier direkt so loszuspurten.<br \/>\nBei einem 10km-Lauf geht man es in der Regel auf den ersten 2 Kilometern ruhiger an. Man tr\u00f6delt nicht, aber man &#8218;f\u00fchlt&#8216; sich ins Rennen hinein. Beim 5er w\u00e4re dann aber schon das halbe Rennen vorbei, daher war mein Plan simpel, aber hart:<br \/>\nRennen als g\u00e4b&#8217;s kein Morgen!<br \/>\nEin 5000m-Lauf besteht im Grunde aus 4 1000er-Intervallen, nur eben komplett ohne Pause dazwischen, und einem sogenannten &#8222;Kotzkilometer&#8220;.<br \/>\n1000 Metern auf denen man sich und die Welt daf\u00fcr verflucht, dass man so ein assiges Hobby f\u00fcr sich entdeckt hat.<br \/>\nMan k\u00f6nnte echt kotzen.<br \/>\nDaher der Name.<br \/>\nUnd &#8218;kotzen&#8216; sollte ich wahrlich&#8230;<br \/>\nAber alles der Reihe nach.<\/p>\n<p>Der besseren \u00dcbersicht halber erstmal der Streckenplan:<\/p>\n<p><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-06-18-neuss\/strecke_gross.jpg\" alt=\"\" width=\"390\" height=\"293\" \/><\/strong><\/p>\n<p>Der Kurs f\u00fchrte uns direkt wenige Hundert Meter geradeaus und bog dann scharf links auf einen gro\u00dfen Platz ab und durch ein recht enges Gitter-Spalier mitten durch hunderte von johlenden Zuschauern.<br \/>\nWir passierten auf absch\u00fcssiger Strecke einen Kreisverkehr und  verlie\u00dfen den Platz ebenfalls wieder auf schnurgerader Strecke.<br \/>\nNach einigen Hundert Metern erreichten wir eine Haarnadel-Kurve und wir liefen wieder schnurstracks geradeaus auf die applaudierende Menge zu.<br \/>\nWie geil ist das denn bitte?!<br \/>\nUngerf\u00e4hr auf H\u00f6he der Haarnadelkurve hatte sich das Feld bereits leicht entzerrt, aber richtige Pulks hatten sich noch nicht gebildete.<br \/>\nAbermals ging es in den Kreisverkehr, diesmal nicht geradeaus, sondern links ab am sp\u00e4teren Zielbogen vorbei.<br \/>\nWieder wurde es etwas ruhiger, als wir nach gut 800m die Getr\u00e4nkestation erreichten.<br \/>\nNat\u00fcrlich trank von uns noch niemand etwas.<br \/>\nDer Weg steig nun leicht an, und endete in einer sich immer enger zu ziehenden Rechtskurve, die schlie\u00dflich auch in einer Art Spitzkehre endete.<br \/>\nVorbei an gro\u00dfen Bushaltestellen liefen wir nun von einer dritten Seite aus auf den gro\u00dfen Platz mit all den Menschen zu, lie\u00dfen ihn rechts liegen und bogen abermals in eine schnurgerade Seitenstra\u00dfe ein.<br \/>\nAber selbst hier fanden sich Passanten, die uns wild anfeuerten.<br \/>\nMeine Uhr piepste zum Ende des ersten Kilometers.<br \/>\nEs ging \u00fcber Kopfsteinpflaster gegen den Wind durch eine kleine Gasse.<br \/>\nEndlich hatten sich vereinzelte Pulks gebildet und man konnte das eigene Renntempo laufen.<br \/>\nIch hatte schon gut aufgeholt, so circa 50 bis 60 L\u00e4ufer waren es wohl.<br \/>\nVor mir befand sich nun eine Vierergruppe, knapp davor zwei weitere L\u00e4ufer.<br \/>\nAm Ende der Kopfsteinplasterstra\u00dfe machte der Kurs einen harschen 90\u00b0 Knick nach rechts in eine Seitengasse.<br \/>\nIn dieser Gasse kassierte ich die komplette Vierergruppe und konnte mich knapp vor sie setzen, bevor es nach nur gut 75 Metern wieder um 90\u00b0 nach rechts auf die Startgerade abbog.<br \/>\nDie erste Runde war geschafft.<br \/>\nWas f\u00fcr eine tolle Strecke!<br \/>\nAbermals st\u00fcrmten wir auf den Platz mit den vielen, vielen Zuschauern zu. Wenige Meter vor mir die 2er Gruppe, einige Meter hinter mir der 4er Pulk.<br \/>\nWie die Formel-1-Rennwagen in Monaco feilschten wir um jeden Zentimeter der Ideallinie. Haarscharf preschten wir an den Gattern und den klatschenden H\u00e4nden der Zuschauer vorbei.<br \/>\nWas f\u00fcr ein Gef\u00fchl!<br \/>\nNach dem Kreisverkehr ging es wieder auf die lange Gerade in Richtung erster Haarnadelkurve.<br \/>\nIch setze mich links neben den hinteren L\u00e4ufer des 2er Pulkes.<br \/>\nGerade als ich vorbeiziehen und mich dicht vor ihm einreihen wollte, beschleunigte er und hielt mit.<br \/>\nOk, es gibt jetzt genau 2 M\u00f6glichkeiten:<br \/>\n1. Er steht das neue Tempo durch.<br \/>\nDann solls mir erstmal recht sein, solange er mich nicht im Rennen behindert. Ich muss mir sp\u00e4ter eben &#8217;nur&#8216; was Neues zum \u00dcberholen einfallen lassen.<br \/>\n2. Er steht das Tempo nicht durch.<br \/>\nDann erledigt sich das Thema auf den n\u00e4chsten paar Hundert Metern von selbst.<br \/>\nDer Wind frischte kurz auf und wehte uns in harten B\u00f6hen entgegen.<br \/>\nTja, dann wei\u00df ich ja, wo mein Platz ist.<br \/>\nDemonstrativ reihte ich mich so dicht hinter ihm ein, dass sich unsere F\u00fc\u00dfe beinahe bei jedem Schritt ber\u00fchrten.<br \/>\nDas verschaffte mir zwar kaum wirklichen Windschatten, da er etwas klainer als ich war, aber f\u00fcr seine Psyche ist das trotzdem ein Schlag: Er bekommt jetzt den vollen Wind ab.<br \/>\nEr h\u00f6rt meine Schritte.<br \/>\nEr sp\u00fcrt meinen Atem in seinem Nacken.<br \/>\nEr denkt ich sei in seinem Windschatten gesch\u00fctzt.<br \/>\nAls Konsequenz w\u00e4hlte er die Flucht nach vorn, zog weiter an, wollte mich scheinbar loswerden.<br \/>\nIch hielt recht locker mit.<br \/>\nAber nun hatte er ein Problem: Nicht nur, dass ich ihm weiter im Nacken klebte. Wenn er mich loswerden wollte, musste er jetzt seinerseits ein \u00dcberholman\u00f6ver starten und seinen Vordermann, den wir mittlerweile eingeholt hatten, angreifen.<br \/>\nSo trieb ich f\u00fcr eine kurze Zeit tats\u00e4chlich zwei L\u00e4ufer vor mir her.<br \/>\nEin Wahnsinns-Adrenalinkick, das glaubt mal.<br \/>\nMein Vordermann quetschte sich durch mit leichten Ellbogeneinsatz durch die nur wenige Zentimeter schmale L\u00fccke, die sein Vordermann zum rechten Bordstein lie\u00df.<br \/>\nNur Widerwillig machte dieser Platz, um einen Sturz zu vermeiden.<br \/>\nOk, also auf die harte Tour.<br \/>\nIch quetschte mich mit durch, wenn da schonmal eine L\u00fccke ist!<br \/>\nSo ging es unvermindert auf die Haarnadelkurve zu.<br \/>\n10 Meter davor scherte ich nach links aus, zog das Tempo nochmals an und schnitt ihm regelrecht in der Spitzkehre den Weg ab, so rigoros zog ich nach rechts rein.<br \/>\nJetzt noch 100, 200 Meter mit diesem Tempo weiter, der Wind dr\u00fcckte mich ja nach dem U-Turn zus\u00e4tzlich voran, dann sollte das in trockenen T\u00fcchern sein.<br \/>\nDie Uhr piepste zum 2. Kilometer.<br \/>\nKurz horchte ich hinter mir:<br \/>\nAlles klar, der macht mir keinen \u00c4rger mehr.<br \/>\nAbermals passierte ich den Zielbogen und die Getr\u00e4nkestation.<br \/>\nDie n\u00e4chste Gruppe lag einige hundert Meter vor mir.<br \/>\nIch erreichte sie erst auf der Kopfsteinplaster-Strecke und h\u00e4ngte mich an sie. So passierte ich wieder in einem flotten Pulk die Startlinie und tauchte in das Monaco-Flair ein.<br \/>\nWir hatten bereits knapp 3300 der 5000m absolviert.<br \/>\nUnd so langsam machte sich das harte Tempo bemerkbar.<br \/>\nDas waren jetzt 3 harte Intervalle, und ich hatte noch 1700m vor mir.<br \/>\nDie schlimmeren 1700 Meter.<br \/>\nAbermals ging es auf die lange gerade in Richtung Spitzkehre.<br \/>\nIch hing an meinem Pulk, welches sich aber langsam nach vorne hin aufzul\u00f6sen began.<br \/>\nOh man, die starten jetzt schon mit ihrem Schlu\u00df-Sprint!?<br \/>\n2 L\u00e4ufer setzen sich mehr und mehr ab, an dem 3. versuchte ich mich irgendwie zu &#8218;verbei\u00dfen&#8216;, als wir nach der Kehre auf den Zielbogen zuflogen.<br \/>\nAn der Getr\u00e4nkestation g\u00f6nnte ich mir diesmal einen Becher Wasser.<br \/>\nAber bei diesem haarstr\u00e4ubenden Tempo ist selbst f\u00fcr mich als ge\u00fcbten L\u00e4ufer das Trinken kaum mehr m\u00f6glich. Von folgenden Atemnot ganz zu schweigen. Daher kippe ich mir den Becher nur noch \u00fcber den Kopf und versuche anschlie\u00dfend mit Zunge und Lippen m\u00f6glichst viel Fl\u00fcssigkeit in den trockenen Mund zu bugisieren.<br \/>\nWenigstens pappt die Zunge nun nicht mehr am Gaumen.<br \/>\nSo erklimmen wir wieder die, sich zuziehende und ansteigende, Rechtskurve und passieren Kilometer 4.<br \/>\nHier startete nun auch mein unmittelbarer Vordermann seinen Booster und brachte eine demotivierende Distanz zwischen sich und mich.<br \/>\nPl\u00f6tzlich befand ich mich fast v\u00f6llig allein auf weiter Flur.<br \/>\nSo ackerte ich mich durch den leicht b\u00f6higen Gegenwind und fragte mich ernsthaft, wie das passieren konnte?<br \/>\nIch wollte Gas geben, aber meine Beine gaben nichts mehr her.<br \/>\nSie trotteten zwar noch recht flott unter mir die Strecke ab, aber ich sp\u00fcrte wie mich die Kraft verlie\u00df.<br \/>\nUnd mit ihr auch der Mut.<br \/>\nDie beiden 90\u00b0 Rechtskurven zur Start-Geraden nahmen noch mehr Tempo aus meinem Lauf, wie ein Rennwagen mit Fehlz\u00fcndungen holperte auf die Menge zu.<br \/>\nAuf die Uhr blickte ich nicht mehr. Ich lief einfach weiter.<br \/>\nBog links ab, ein letztes Mal \u00fcber den Kreisverkehr in Richtung Haarnadel-Gerade.<br \/>\nWar ich den 3. Kilometer noch bei einem Schnitt von fast 19 km\/h gerannt, so schleppte ich mich nun f\u00f6rmlich mit etwas mehr als 13 km\/h dem Ziel entgegen.<br \/>\nAls ich die Spitzkehre passierte, sah ich dass mir ein Verfolgerpulk recht dicht auf den Fersen hing.<br \/>\nAber die w\u00fcrden mich nicht mehr einholen k\u00f6nnen.<br \/>\nDerart beruhigt &#8218;eierte&#8216; ich weiter dem Ziel entgegen.<br \/>\nDer Atem rasselte, die Beine waren schwer wie Beton.<br \/>\nDie Zieluhr kam in Sicht.<br \/>\nUnaufhaltsam z\u00e4hlte sie hoch.<br \/>\nGerade verstrich die 18-Minuten-Marke vor meinen Augen.<br \/>\nNein!<br \/>\n4 Kilometer hatte ich mich derma\u00dfen abgequ\u00e4lt, dass nicht nur eine 18-Minuten-Zeit m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, sondern sogar eine wahnsinnige 17:2x-Zeit.<br \/>\nAll das hatte ich mir auf diesem letzten Kilometer selbst verbaut.<br \/>\nIch Idiot!<br \/>\nWenige Meter vor dem Ziel sah ich links aus dem Augenwinkel einen Schatten.<br \/>\nEr kam verdammt schnell n\u00e4her und w\u00fcrde mich einfach so stehen lassen.<br \/>\nDas darf nicht sein!<br \/>\nNicht das auch noch!<br \/>\nEin letztes Mal kratzte ich meinen Mut zusammen, legte noch etwas Verzweiflung obendrauf und rannte los.<br \/>\nTats\u00e4chlich konnte ich den Schatten, der nun ein ausgewachsener L\u00e4ufer links vor mir war, wieder einholen und nahezu gleichzeitig st\u00fcrmten wir unter dem Jubel und erstaunten Rufen der Menge die Ziellinie.<\/p>\n<p>Holprig lief ich aus, tat ein paar ungelenke Schritte auf die angrenzende Wiese.<br \/>\nMeine Blicke suchten den roten Schatten, dem ich diesen Schlu\u00dfspurt zu verdanken hatte. Wir klatschten uns gegenseitig ab.<br \/>\nWas f\u00fcr ein Lauf!<\/p>\n<p>Trotz diesen mieseraben 5. Kilometers erreichte ich eine 18:29min und belegte somit Platz 11 von 483 Startern in der Herrenwertung, sowie Platz 11 in der Gesamtwertung von 725 L\u00e4ufern und L\u00e4uferinnen.<br \/>\n(Der Schnelle- und der Comfort-F\u00fcnfer werden als ein Lauf gewertet.)<br \/>\nAlterklassen wurden leider nicht gef\u00fchrt.<br \/>\nGewonnen hat ein L\u00e4ufer der LG Passau in unglaublichen 14:50 Minuten.<br \/>\nDas ist ein Gesamtschnitt von unter 3 Minuten pro Kilometer und somit \u00fcber 20 km\/h!<\/p>\n<p>Damit ihr aber versteht, warum ich mich so sehr \u00fcber mein Abschneiden \u00e4rgere, hier die Kilometerzeiten im Einzelnen:<br \/>\n<code><br \/>\nKm --- Pace --------- Zeit -------- Geschwindigkeit<br \/>\n01 --- 3:26min\/km --- 03:26min --- 17.48 km\/h<br \/>\n02 --- 3:31min\/km --- 06:57min --- 17.06 km\/h<br \/>\n03 --- 3:12min\/km --- 10:09min --- 18.75 km\/h<br \/>\n04 --- 3:46min\/km --- 13:55min --- 15.93 km\/h<br \/>\n05 --- 4:34min\/km --- 18:29min --- 13.14 km\/h<br \/>\n<\/code><\/p>\n<p>H\u00e4tte \/ W\u00e4re \/ Wenn ich auf den letzten 1000 Metern etwas mehr Reserven gehabt h\u00e4tte&#8230; Aber naja, so ist das Leben nunmal.<br \/>\nTrotz allen Unmutes: F\u00fcr meine 5km-Stra\u00dfen-Premiere bin ich trotzdem im Gro\u00dfen und Ganzen sehr zufrieden.<br \/>\nVor allem der 3. Kilometer war einfach nur geil!<\/p>\n<p>Nachdem ich mich schnell ein wenig frisch gemacht und umgezogen hatte, feuerte ich meinerseits die L\u00e4uferinnen und L\u00e4ufer des Comfort-5ers und sp\u00e4ter auch des 10ers an.<br \/>\nDabei stellte ich fest, dass auch einige Angestellte &#8222;meines&#8220; Lukaskrankenhauses als &#8222;Lukasl\u00e4ufer&#8220; unterwegs waren.<\/p>\n<p>Bleibt mir zum Schluss noch einmal die wirklich gelungene Veranstaltung zu erw\u00e4hnen.<br \/>\nVon der absolut grandiosen, weil L\u00e4ufer- und Zuschauerfreundlichen, Streckenf\u00fchrung im 1,5km-Rundkurs, \u00fcber die freundliche Orga und dem familienfreundlichen Rahmenprogramm, hat es die TG-Neuss mit all ihren Partnern und Sponsoren geschafft eine absolut stimmige Veranstaltung auf die Beine zu stellen!<br \/>\nBesonders lustig fand ich die Tatsache, dass ein Radiomoderator w\u00e4hrend des &#8218;langsamen&#8216; 5ers und 10ers mit Mikrofon und geschultertem Diktierger\u00e4t im Feld mitlief und L\u00e4ufer interviewte.<br \/>\nDas Lustige ist, dass ich mir etwas \u00e4hnliches f\u00fcr den &#8222;Rund ums Bayerkreuz&#8220;-Lauf in Leverkusen \u00fcberlegt hatte. Jedenfalls wenn ich nicht die Qualifikation f\u00fcr den schnellen Elitelauf geschafft h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-06-18-neuss\/img_0408.jpg\" alt=\"\" width=\"390\" height=\"293\" \/><\/strong><br \/>\nAls Zuschauer war man den L\u00e4ufern immer sehr nahe&#8230;<\/p>\n<p><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-06-18-neuss\/img_0410.jpg\" alt=\"\" width=\"390\" height=\"293\" \/><\/strong><br \/>\n&#8230;und auch so manches, verrr\u00fcckte Huhn war am Start!<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Jahr bin ich ganz sicher wieder mit von der Partie, obwohl ich dann die Qual der Wahl habe:<br \/>\nWieder den turboschnellen 5er, oder vielleicht doch den 10km-Lauf?<br \/>\nImmerhin ist der Kurs sehr schnell und angenehm zu laufen!<br \/>\nDas werde ich dann n\u00e4chstes Jahr entscheiden.<\/p>\n<p>Bis dahin,<br \/>\nEuer Dummschwitzer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monegassisches Renn-Flair am Niederrhein Samstag, 18. Juni 2011 Immer nur stur die 10km im Wettkampf ablaufen ist auf Dauer f\u00fcr den Kopf nicht sehr gut. Man wird &#8218;m\u00fcde&#8216;, verliert den Biss, den Siegeswillen. Zur Abwechslung hatte ich mir also nach &hellip; <a href=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=268\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/268"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=268"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/268\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":269,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/268\/revisions\/269"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}