{"id":282,"date":"2011-07-16T12:45:50","date_gmt":"2011-07-16T10:45:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=282"},"modified":"2014-04-17T15:16:55","modified_gmt":"2014-04-17T13:16:55","slug":"3-run-of-colours-koln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=282","title":{"rendered":"3. Run of Colours &#8211; K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"<p><strong>Laufen hart am Wind<\/strong><\/p>\n<p>Eine optimale Wettkampfvorbereitung sieht normalerweise etwas anders aus, aber dieser 10km Lauf zugunsten der Aidshilfe geh\u00f6rte ja von vornherein nicht zu meinen geplanten Topl\u00e4ufen, sondern war mir vielmehr ein sehr pers\u00f6nliches Anliegen!<br \/>\nVon daher stimmte ich auch gerne zu 2 Freunde aus Trier \u00fcber das Wettkampfwochenende bei mir aufzunehmen.<br \/>\nLeben. Jetzt. Und einer lieben Freundin gedenken.<br \/>\nMeine gesamte UWV bestand also neben &#8218;Wohnung halbwegs vorzeigbar machen&#8216; nur aus 25 Minuten auf dem Solraium.<br \/>\nGegen 14 Uhr trudelten Abby und Matthias bei mir ein.<br \/>\nAlzuviel Zeit blieb uns erstmal nicht, denn bereits um 17 Uhr trafen wir uns mit Andr\u00e9 und seiner Freundin, um gemeinsam mit der Bahn nach K\u00f6ln zu fahren.<br \/>\nDort angekommen scoutete Andr\u00e9 unseren Tross mittels Handy punktgenau zur Unterlagenausgabe. F\u00fcr mich war es eine absolut willkommene Abwechslung einmal nicht f\u00fcr alles selbst verantwortlich zu sein und so alberten wir 4 auch ziemlich entspannt drauf los.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nJedoch sp\u00e4testens mit dem Erreichen des B\u00fcrgerhaus Stollwerck fiel dann auch ich in eine Art emotinale, katatonische Starre und konzentrierte mich so langsam auf den Lauf. &#8222;Kein Toplauf&#8220; hin oder her. Hier wollte ich mich doch besonders pr\u00e4sentieren.<br \/>\nAndr\u00e9 war aber noch um Welten aufgeregter und nerv\u00f6ser als ich. Allerdings im Vergleich zu meinem ersten Rennen hielt er sich sehr tapfer.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2361.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2354.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Im B\u00fcrgerhaus erhielten wir unsere Startunterlagen und eine wei\u00dfe Kunststofftasche, in welcher man sp\u00e4ter die Nichtlaufklamotten bei der Gep\u00e4ckstation aufgeben konnte.<br \/>\nAndr\u00e9 und ich griffen lieber auf unsere Top-Sherpas zur\u00fcck und gegutachteten erstmal den Inhalt der Tasche.<br \/>\nUnd dieser hatte es wahrlich in sich:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_IMG_0186.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Neben dem Programmheft des Run of Colours befand sich darin:<br \/>\n&#8211; 1 Infoheft zum Thema Aids<br \/>\n&#8211; diverse Flyer zum Thema Laufen bzw. zur Stadt K\u00f6ln<br \/>\n&#8211; 1 buntes Kunststoffarmband in den Farben des CSD<br \/>\n&#8211; 4 Probepackungen f\u00fcr Hei\u00dfgetr\u00e4nke (Fa. Kr\u00fcger)<br \/>\n&#8211; 1 Probepackung Waschmittel speziell f\u00fcr Sportkleidung (Fa. Perwoll)<br \/>\n&#8211; 2 P\u00e4ckchen Traubenzucker (bereitgestellt von NetCologne)<br \/>\n&#8211; 1 P\u00e4ckchen frubibase Sport (Getr\u00e4nkel\u00f6sung f\u00fcr Ausdauersportler)<br \/>\n&#8211; 4 Pflasterstrips von Ratioline<br \/>\n&#8211; 1 Erm\u00e4\u00dfigung auf einen Wirbels\u00e4ulenscan (25 statt 50\u20ac)<br \/>\n&#8211; 1 extrem edler Einkaufswagen-Chip mit dem K\u00f6lner Dom als Motiv (bereitgestellt von den K\u00f6lner Abwallwirtschaftbetriebe)<\/p>\n<p>Hier nochmal in Gro\u00dfaufnahme:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_IMG_0187.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>In der Summe schlagen alleine diese Gratisdreingaben, die jeder L\u00e4ufer bekam, so manchen meiner AK-Hauptpreise, den ich bisher in Empfang nehmen durfte (mein bisheriges &#8222;Highlight&#8220; war eine Luftpumpe).<\/p>\n<p>Das Wetter war&#8230; eigentlich war es abartig:<br \/>\nDer Himmel war bew\u00f6lkt, es nieselte mal schw\u00e4cher mal st\u00e4rker.<br \/>\nZugleich war es aber vom Vortage noch so schw\u00fclwarm, dass selbst bei geringen Anstrengungen der Schwei\u00df aus dem Poren quoll.<br \/>\nDas alles wurde von einem b\u00f6higen und st\u00e4ndig drehenden Wind unterstrichen.<br \/>\nWengistens sanken die Temperaturen durch den Regen langsam, aber best\u00e4ndig ab.<br \/>\nEine so sch\u00f6n organisierte Veranstaltung hatte dieses Wetter auf jeden Fall nicht verdient!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2403.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG4163.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Kurz vor dem Warmlaufen und trotz des Wetters kam dann tats\u00e4chlich auch noch Nils vorbei. Es ist schon ein ganz anderes Gef\u00fchl so einen Lauf zusammen mit Freunden auf und neben der Strecke zu verbringen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG4166.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Andr\u00e9 und ich liefen uns, so gut es im einsetzenden Nieselregen ging, warm und begaben uns zum gut gef\u00fcllten Startblock. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2365.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Hier w\u00fcnschten wir uns noch einmal alles Gute und viel Spa\u00df &#8211; und dann trennten sich bereits unsere Wege: Ich w\u00fchlte mich unter die ersten 100, Andr\u00e9 reihte sich weiter hinten ein, um nicht mit dem Startschuss niedergerannt zu werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2377.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Um 19Uhr war es dann endlich so weit:<br \/>\nDas Rennen begann!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2383.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2384.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Irgendwie habe ich das Gef\u00fchl, dass egal wie weit vorne ich mich einreihe: Es gibt immer deutlich langsamere L\u00e4ufer vor mir.<br \/>\nSo auch dieses Mal. Die ersten paar hundert Meter wuselten der Tross dicht an dicht \u00fcber den Kopfsteinweg.<br \/>\nLnks und rechts von uns die imposanten, hohen Hafengeb\u00e4ude, hinter uns ein gigantischer, menschlicher Lindwurm, von vorne der Wind.<br \/>\nRasch verebbte die Partystimmung hinter uns und schon bald war nur noch das rythmische Atem sowie das monotone Laufger\u00e4usch der Schuhe zu vernehmen.<br \/>\nSchon bald wechselte der Belag von Kopfsteinpflaster nach Asphalt, der Weg beschieb eine S-Schikane und neben uns breitete sich der Rhein aus. Ich w\u00fchlte mich L\u00e4ufer um L\u00e4ufer weiter nach vorne, das F\u00fchrungsfeld noch gut in Sichtweite. Meine Beine waren frisch, der Kopf klar und generell &#8218;f\u00fchlte&#8216; es sich gut an &#8211; noch.<br \/>\nAuf einem Rad- und F\u00fc\u00dfg\u00e4ngerweg ging es rheinaufw\u00e4rts einem Wendepunkt entgegen. Die genaue Streckenf\u00fchrung schaue ich mir bei ebenen Stra\u00dfenl\u00e4ufen nur recht selten an, von daher war ich ziemlich \u00fcberrascht von dem, was nun kam:<br \/>\nDer F\u00fchrungsradfahrer mit dem Pulk kam n\u00e4mlich!<br \/>\nUnd zwar uns entgegen auf dem selben Weg.<br \/>\nOk, f\u00fcr 3 oder 4 L\u00e4ufer nebeneinander war hier locker Platz, aber ungewohnt ist das schon.<br \/>\nWenig sp\u00e4ter erreichte auch ich recht einsam den Wendepunkt. Nat\u00fcrlich war ich nicht v\u00f6llig allein, aber hinter mir klaffte bereits eine gut 20m lange L\u00fccke und der n\u00e4chste L\u00e4ufer vor mir war auch gute 10m weit weg.<br \/>\nAn den muss ich ran! Denn ich habe nicht vor die verbleibenden 8km ganz alleine abzuspulen.<br \/>\nDer Strom der uns entgegenkommenden L\u00e4ufer wurde best\u00e4ndig breiter und kurz bevor wir das Hauptfeld erreichten, &#8218;hakte&#8216; ich mich hinter meinem Vordermann, einem recht jungen L\u00e4ufer mit t\u00fcrkisen Tankshirt&#8216;, ein. Dicht hing ich an seinen Fersen, darauf erpicht soviel Gegenwindschatten zu ergattern, wie nur m\u00f6glich.<br \/>\nVon den uns entgegenkommenden L\u00e4ufern kamen ungl\u00e4ubige Blicke und sogar die Frage &#8222;Wo wollt ihr denn hin?&#8220; entgegen, die ich nur mit einem trotzigen &#8222;Hab mich verlaufen&#8220; konterte.<br \/>\nEndlich bogen wir leicht rechts ab auf einen eigenen Weg, weg vom Gegenverkehr.<br \/>\nDie Strecke steig wieder auf das Niveau der Start-\/Ziel-Geraden an und es ging weiter geradeaus auf einer Art Promenade dem zweiten Wendepunkt entgegen.<br \/>\nBis auf zwei S-Schikanen und den beiden Wendepunkten verlief die Strecke ohnehin durchweg schnurgerade.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG4168.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Wir passierten die Gegengerade von Start-Ziel, hier tobte wieder der B\u00e4r und meine Vordermann und ich drehten, befl\u00fcgelt durch den Applaus der Zuschauer, automatisch ein wenig das Tempo auf.<br \/>\nDann erreichten wir die zweite S-Schikane, die aus einer 90\u00b0-Linkskurve, einem kurzen Bergaufst\u00fcck und einer 90\u00b0-Rechtskurve bestand.<br \/>\nWas ich die letzten paar Minuten bereits bef\u00fcrchtete, wurde hier zur Gewissheit: Mein Vordermann w\u00fcrde dieses Tempo nicht mehr sehr lange durchhalten. Vor uns g\u00e4hnte jedoch ebenfalls schon eine beachtliche L\u00fccke zum n\u00e4chsten Pulk.<br \/>\nWenn ich mich da irgendwie noch heranbei\u00dfen wollte, dann musste ich schnell handeln!<br \/>\nNach der Schikane ging es wenige hundert Meter geradeaus und leicht bergab, links begrenzten einige Pylone die Strecke. Unvermittelt h\u00f6rten die Pylone auf, weiter hintern stand ein Gitter mit Flatterband:<br \/>\nDer zweite Wendepunkt.<br \/>\nDieser war jedoch so eng, eine Art 180\u00b0-U-Turn auf 4m Wegesbreite, dass wir aus vollem Bergablauf nahezu komplett abbremsen mussten, um die Pylone kurvten, um dann wieder auf Renntempo zu beschleunigen. Dies nun aber bergauf. Das saugt Kr\u00e4fte aus den Beinen!<br \/>\nMein Plan war mich kurz vor dem Wendepunkt vor meinen Vordermann zu setzen und ihn sozusagen in der Kurve auszubremsen und so schnell zu beschleunigen, dass er sich nicht an mich heften konnte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG4169.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Das klappte \u00fcberraschend gut und so flog ich durch den Gegenwind auf die Start-\/Ziellinie zu. Wieder angepeitscht durch die vielen, wasserfesten Zuschauer.<br \/>\nDirekt hinter der Matte befand sich die Getr\u00e4nke-Station. Einer der Helfer stand mittig auf der Stra\u00dfe und hielt mir einen Becher hin, welchen ich dankbar aus seiner Hand angelte. Ein Schlug getrunken, kurz den Atem beruhigen, den Gro\u00dfteil \u00fcber den Kopf gegossen, den restlichen Schluck wieder trinken, Becher wegwerfen (was \u00fcbrigens auch in meinem 13. Rennen ein total ungewohntes Gef\u00fchl ist, einfach so den M\u00fcll auf die Stra\u00dfe zu feuern!).<br \/>\nRechts hinter mir polterten laute Schritte auf mich zu.<br \/>\nWerde ich langsamer?<br \/>\nDer T\u00fcrkise L\u00e4ufer kann mich doch unm\u00f6glich nochmal einholen, so fertig wie der schon aussah!<br \/>\nIch riskierte einen Blick nach links in die verspiegelte B\u00fcrofassade &#8211; blo\u00df nicht umdrehen und eine Schw\u00e4che zeigen! &#8211; und ersp\u00e4hte tats\u00e4chlich einen L\u00e4ufer. Aber das war nicht mein ehemaliger Vordermann; der wurde jetzt scheinbar weiter durchgereicht, von jenen L\u00e4ufern, die mit der 5km-Marke nochmal eine Schippe drauflegten.<br \/>\nEs war ein L\u00e4ufer in Wei\u00df.<br \/>\nWir rannten auf die erste S-Schikane zu und ich horchte in mich hinein:<br \/>\nVorweg laufen, oder abermals anh\u00e4ngen?<br \/>\nMein &#8218;Stolz&#8216; sagte direkt vorweg laufen, aber meine Beine legten vehementen Einspruch ein.<br \/>\nAlles klar, also laufen wir heute komplett taktisch!<br \/>\nAlleine w\u00fcrde ich dieses Tempo kaum bis ins Ziel halten k\u00f6nnen.<br \/>\nAndererseits, wenn ich unbedingt vor dem L\u00e4ufer bleiben wollte, w\u00fcrde dadurch in Temporegionen getrieben, die ich noch weniger lange durchhalten kann.<br \/>\nAlso Plan B:<br \/>\nKurz nach der Schikane verringerte ich sp\u00fcrbar das Tempo, der L\u00e4ufer schob sich direkt in mein seitliches Sichtfeld. Ich wechselte abrupt auf die rechte Wegseite und klemmte mich an ihn. Abermals im Abstand von wenigen Zentimetern.<br \/>\nSo lie\u00df ich mich ein weiteres Mal am Rhein entlang durch den Gegenwind ziehen.<br \/>\nMeinem Vordermann schien das allerdings gar nicht zu passen und er erh\u00f6hte stetig das Tempo. Kurz vor dem Wendepunkt reifte in mir die Erkenntnis, dass dieser weitaus \u00e4lter L\u00e4ufer &#8211; zumindest heute &#8211; eine bessere Form hatte als ich.<br \/>\nIch w\u00fcrde ihn ziehen lassen m\u00fcssen.<br \/>\nIm Wendepunkt offenbarte sich dann jedoch gleichzeitig eine weitere &#8218;Option&#8216;: Ein Dreierpulk war direkt hinter mir.<br \/>\nGut, dann h\u00e4nge ich mich also an diese Gesellen.<br \/>\nDie waren nicht unbedingt langsamer als ich momentan, aber sie wurden auch nicht stetig schneller wie mein bisheriger &#8218;Tempomacher&#8216;.<br \/>\nEs war nicht leicht, aber ich w\u00fcrde wohl mithalten k\u00f6nnen und so h\u00e4ngte ich mich an das Pulk an, nachdem ich es hatte aufkommen lassen.<br \/>\nKurz darauf &#8217;sprengte&#8216; eine Frau mit Fahrrad und Kindersitz unsere Formation ein wenig auf, was einer der L\u00e4ufer, er trug ein blaues Shirt, ausnutze und sich ein wenig absetzte. Ich klemmte mich an seine Fersen.<br \/>\nAn dieser Stelle muss ich diesen L\u00e4ufer auch ein ausdr\u00fcckliches Lob aussprechen! einen derart umsichtigen Vordermann habe ich selten erlebt: Wann immer er die Seite wechselte, sei es aus um Schlagl\u00f6chern oder anderen Hindernissen auszuweichen, oder um andere L\u00e4ufer zu \u00fcberholen, zeigte er es kurz mit einer Geste der entsprechenden Hand an. So wusste ich direkt was gleich kommen w\u00fcrde, und es bestand nie die Gefahr, dass wir uns gegenseitig \u00fcber den Haufen laufen w\u00fcrden. Wirklich super!<br \/>\nNach einigen \u00dcberholman\u00f6vern erreichten wir nun schlie\u00dflich das Ende des Feldes und es begannen die ersten \u00dcberrundungen.<br \/>\nAuf der Promenade, gegen\u00fcber Start-\/Ziel, stob von hinten ein weiterer L\u00e4ufer auf uns zu. Er trug ein wei\u00dfes Shirt mit irgendeinem Marathon-Aufdruck und h\u00e4ngte sich an uns.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG4173.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2414.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr auf H\u00f6he der 8km-Marke zog der wei\u00dfe Marathon-Mann das Tempo sp\u00fcrbar an und \u00fcberholte zuerst mich und direkt im Anschluss meinen &#8218;Tempol\u00e4ufer&#8216;.<br \/>\nKurz wollte ich mithalten, aber selbst auf den verbleibenden 2km w\u00e4re solch eine Temposteigerung f\u00fcr mich nicht mehr m\u00f6glich gewesen.<br \/>\nIch lief tats\u00e4chlich an meinem absoluten Tageslimit!<br \/>\nDas war nichts ungew\u00f6hnliches, denn im Rennen schenke ich mir und meinen Gegnern eigentlich nie etwas, aber das eigenartige war, dass ich es diesmal zum ersten Mal k\u00f6rperlich sp\u00fcrte, wie sich dieses Limit &#8218;anf\u00fchlt&#8216;.<br \/>\n&#8230;wie sehr ich es noch zu sp\u00fcren bekommen sollte; dazu sp\u00e4ter mehr&#8230;<\/p>\n<p>Der wei\u00dfe Marathon-Mann verschwand in der zweiten Schikane und auch wir erreichten kurz darauf die einleitende Linkskurve.<br \/>\nAuf dem kurzen Bergaufst\u00fcck setzte ich mich dann neben meinen Vordermann, der leicht ins Hintertreffen geriet. In der Rechtskurve kurz vor dem Wendepunkt lag ich vielleicht 2 Meter vorn.<br \/>\nDas Abbremsen, das Einleiten der Kurve und vor allem das Herausbeschleunigen am Bergaufst\u00fcck kosteten mich nahezu alle Reserven und 100 Meter nach dem Wendepunkt hatte mich mein Tempomacher dann auch wieder eingeholt.<br \/>\nNicht. Mit. Mir!<br \/>\nIch horchte abermals in meine Beine.<br \/>\nWieviel Meter Entspurt w\u00fcrde ich ihnen noch entlocken k\u00f6nnen?<br \/>\n200 Meter?<br \/>\n300 vielleicht?<br \/>\nIn der Ferne fixierte ich einen Punkt, der in meiner Erinnerung der ersten Runde ungef\u00e4hr 300 Meter vor dem Ziel lag.<br \/>\nAls wir ihn gleichauf erreichten, gab ich Vollgas.<br \/>\nGef\u00fchlt eine Millisekunde sp\u00e4ter wehte uns eine derma\u00dfen starke Windb\u00f6he entgegen, dass all meine Kraft nutzlos verpuffte.<br \/>\nDas darf nicht wahr sein!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG4175.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Immer noch gleichauf ging es nun leicht abfallend dem Ziel entgegen.<br \/>\nMein Nebenmann schnaufte laut, keuchte aus jeder Pore: Auch er hatte bei dem Versuch meinen Sprint iim Gegenwind abzuwehren scheinbar jegliche Reservern verfeuert.<br \/>\nIch sah zu ihm her\u00fcber, kurz trafen sich unsere Blicke.<br \/>\nZwei L\u00e4ufer, mit den Kr\u00e4ften dem Ende nahe.<br \/>\nIch br\u00fcllte nur noch laut: &#8222;Komm schon!&#8220; und versuchte das Tempo ein wenig anzuziehen, was mir auch tats\u00e4chlich gelang.<br \/>\nMein Nebenmann hielt mit. Klasse Mann!<br \/>\nVon irgendwoher dr\u00f6hnte ein laut und grell gerufenes &#8222;Kaaassiiii!!!&#8220; an mein Ohr und stachelte mich noch mehr vorran.<br \/>\nGegenseitig trieben wir uns in eine &#8218;Art Endspurt&#8216; hinein und \u00fcberquerten die Ziellinie beinahe gleichzeitig.<\/p>\n<p>Im Zielbereich begl\u00fcckw\u00fcnschten wir uns gegenseitig f\u00fcr das tolle Rennen, waren wir doch beide mit 38:55min recht deutlich unter der 40er Schallmauer gegblieben. Und das trotz des zum Teil harrschen Windes und der kraftraubenden Wendpunkt-Man\u00f6ver.<\/p>\n<p>Der Regen, der seit Kilometer 7 eingesetzt hatte, nahm an St\u00e4rke zu und ich k\u00fchlte merklich aus. Nach einem Becher alkoholfreien Bieres klaubte ich noch schnell 2 P\u00e4ckchen Gummib\u00e4rchen f\u00fcr Abby und Maike aus dem Verpflegungsstand und machte mich auf die Suche nach unseren Super-Fans.<br \/>\nZusammen warteten wir auf der Gegengeraden von Start und Ziel auf Andr\u00e9, welcher sichtlich angestrengt auch endlich in Sichtweite kam.<br \/>\nKurzentschlossen lief ich neben ihm her. Noch im Rennen erz\u00e4hlte er mir schwer atmend, dass er sich die erste Runde mit einem anderen L\u00e4ufer unterhalten hatte, dem wohl schon in Lerverkusen unsere Trikots (bzw: Meine Jacke) aufgefallen war.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2412.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Kaffeeklatsch im Rennen &#8211; Der macht ja Sachen.<br \/>\nLeider war der andere L\u00e4ufer scheinbar etwas schneller im Tempo, weswegen Andr\u00e9 bei dem Versuch mitzuhalten ein wenig \u00fcberpacte.<br \/>\nZusammen erreichten wir abermals die S-Schickane vor dem zweiten Wendepunkt, welchen einige L\u00e4ufer \u00fcbrigens abk\u00fcrzten, indem sie nicht bis zum Ende der Pylone liefen, sondern schon vorher wendeten.<br \/>\nNaja, wers brauchts&#8230;<br \/>\nAndr\u00e9 und ich jedenfalls liefen die kompletten 10km. Einen &#8218;richtigen&#8216; Schlusssprint konnte aber auch Andr\u00e9 nicht mehr aufs Pflaster brennen. Das Wetter vor allem der Wind hatten auch ihn arg mitgenommen. Kurz vor der Ziellinie verlie\u00df ich wieder die Strecke, da ich keine Ahnung habe wie die Zeitnahme auf 3 statt 2 Zwischenzeiten meinerseits reagieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklichstrahlend wie ein Honigkuchenpferd kam Andr\u00e9 aus dem Zielbereich.<br \/>\nMit 51:28min hatte er eine neue pers\u00f6nliche Bestzeit \u00fcber 10km aufgestellt.<br \/>\nGl\u00fcckwunsch nochmal an dieser Stelle dazu!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2419JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-07-16-koeln\/K640_CIMG2424.JPG\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"481\" \/><\/p>\n<p>Nun mussten wir aber so schnell wie m\u00f6glich raus aus dem Regen und ab unter die Dusche. Die befanden sich zum Gl\u00fcck nicht sehr weit entfernt des B\u00fcrgerhaus Stollwercks. W\u00e4hrend unsere Freunde drau\u00dfen warteten, duschten wir spartanisch, aber warm und zogen uns endlich trockene Sachen an.<br \/>\nWeiter ging es -noch immer im Regen- zur\u00fcck zum B\u00fcrgerhaus, um unsere Gesamtplatzierungen, sowie Ort und Zeit der Ehrungen herauszufinden. Dieser Kurs und auch die anderen L\u00e4ufer waren tats\u00e4chlich nicht schon schlechten Eltern, denn bin ich z.B. mit 40:01min beim 10er in Leverkusen recht souver\u00e4n Platz 1 der M30, sowie Gesamtplatz 7 geworden, so reichte hier eine 38:55min &#8222;nur&#8220; f\u00fcr M30, Platz 3 und Gesamtplatz 14.<\/p>\n<p>Demensprechend wurde Andr\u00e9 mit auch &#8222;nur&#8220; 28er der Klasse M30, sowie 177er im Gesamtklassement der Herren.<\/p>\n<p>Trotzdem ein toller Erfolg f\u00fcr uns!<br \/>\nGuter Dinge und trotz des Wetter gut gelaunt wohnten wir der Siegerehrung bei, welche trotz Vorverlegung leider nur sehr wenig besucht wurde.<br \/>\nDa es leider keine AK-Ehrungen gab, ging ich leider leer aus. Aber es handelt sich hier ja auch um einen Spendenlauf und das Geld f\u00fcr meinen AK-Preis ist in der Forschung und Aufkl\u00e4rungsarbeit rund um das Thema Aids mit Sicherheit besser aufgehoben, als bei mir im Regal.<\/p>\n<p>Ziemlich durchn\u00e4sst verabschiedeten wir uns von Nils und fuhren mit Bus und Bahn wieder zur\u00fcck gen Leverkusen.<br \/>\nAber bereits auf dem R\u00fcckweg zeigten sich mir erste, deutliche Anzeichen, dass irgendwas nicht stimmte&#8230;<\/p>\n<p>An dieser Stelle nochmal einen gro\u00dfen Dank an Abby, Maike, Matthias und Nils daf\u00fcr, dass sie uns trotz des eher bescheidenen Wetters so ausdauernd angefeuert haben!<br \/>\nDie geplante Sunshine-Party mit 10km-Rennen m\u00fcssen wir aber Wohl oder \u00dcbel ein andermal nachholen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laufen hart am Wind Eine optimale Wettkampfvorbereitung sieht normalerweise etwas anders aus, aber dieser 10km Lauf zugunsten der Aidshilfe geh\u00f6rte ja von vornherein nicht zu meinen geplanten Topl\u00e4ufen, sondern war mir vielmehr ein sehr pers\u00f6nliches Anliegen! Von daher stimmte ich &hellip; <a href=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=282\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[6,5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/282"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=282"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":914,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/282\/revisions\/914"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=282"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=282"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}