{"id":300,"date":"2011-09-23T13:09:49","date_gmt":"2011-09-23T11:09:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=300"},"modified":"2013-04-06T13:10:17","modified_gmt":"2013-04-06T11:10:17","slug":"35-nachtlauf-7-meilen-von-zons","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=300","title":{"rendered":"35. Nachtlauf: &#8222;7 Meilen von Zons&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Letztes Rennen der Sommersaison.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Freitag, 23. September 2011<\/strong><\/p>\n<p>Nils konnte man die Anspannung schon anmerken.<br \/>\nKein Wunder, denn in wenigen Minuten w\u00fcrde er zu seinem ersten Rennen starten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-09-23_zons\/K640_IMG_0005.JPG\" \/><\/p>\n<p>Dennis und ich begleiteten ihn auf den Sportplatz und flaxten ein wenig herum.<br \/>\nMit letzten Ratschl\u00e4gen und guten W\u00fcnschen verabschiedeten wir uns von ihm und postierten uns vor dem Starterfeld in Kameraposition.<br \/>\nF\u00fcr mich ein Anblick mit Seltenheitswert: Normal stehe ich im Block und nicht davor.<br \/>\nDer Startschuss ert\u00f6nte und der 5km-Lauf war er\u00f6ffnet.<br \/>\nUnabl\u00e4ssig dr\u00e4ngelte sich der Strom von Leibern an uns vorbei, bis endlich Nils in Sicht kam und fr\u00f6hlich an uns vorbei trabte.<br \/>\nEr hatte sich selbst eine Zielzeit von ca 25 Minuten auferlegt.<br \/>\nZiemlich ambitioniert, unser &#8222;Gesundheitsl\u00e4ufer&#8220;!<br \/>\n<!--more--><br \/>\nImmerhin w\u00e4re das ein Schnitt von 12km\/h &#8211; f\u00fcr einen Laufbeginner kein Pappenstiel.<br \/>\nNach dem Start gesellten wir uns wieder zu Andr\u00e9 in die Sporthalle und alberten herum.<br \/>\nAndr\u00e9 war leider noch f\u00fcr ein paar Tage wegen eines Muskelfaser-Risses in der Wade au\u00dfer Gefecht gesetzt, sodass ich nachher allein beim Hauptlauf f\u00fcr die Miep!Miep!s an den Start gehen w\u00fcrde.<br \/>\nAber nun galt es erstmal Nils&#8216; Zieleinlauf abzuwarten!<br \/>\nNach knapp 15 Minuten postierten wir uns wieder auf dem Sportplatz und feuerten die Erstplatzierten an.<br \/>\nSchlie\u00dflich kam Nils zusammen mit einem anderen L\u00e4ufer in Sicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-09-23_zons\/K640_IMG_0012.JPG\" \/><\/p>\n<p>Seite an Seite, betrat er die Zielgerade und legte sogar noch einen Endspurt hin.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-09-23_zons\/K640_IMG_0017.JPG\" \/><\/p>\n<p>Offizielle (Brutto-)Zeit: 25:03 Minuten. Inoffizielle Nettozeit: 24:46min.<br \/>\nAndr\u00e9 und ich schauten uns an:<br \/>\nDa hat er es doch tats\u00e4chlich geschafft!<\/p>\n<p>Nachdem Nils die geb\u00fchrende Ehre zuteil geworden war, begann ich mich langsam aber sicher f\u00fcr meinen Lauf vorzubereiten.<br \/>\nDie Uhr hatte ich schon vor 30 Minuten in der Halle angezogen und eingeschaltet. Die GPS-Frage, ob ich mich in einem geschlossenen Raum aufhalten w\u00fcrde gedankenverloren und wahrheitsgetreu mit &#8222;Ja&#8220; quittiert.<br \/>\nEin Fehler&#8230;<br \/>\nSabine und Amy trafen ein und begleiteten mich zusammen mit Andr\u00e9 und Dennis zum Warmlaufen. Nils stand derweil noch unter der Dusche.<br \/>\nAuf dem Ascheplatz neben dem Startbereich liefen sich bereits an die Hundert L\u00e4ufer warm. Die Meisten bogen jedoch am hinteren Teil abrupt ab in Richtung Unterholz und hielten ein kurzes Schw\u00e4tzchen am &#8222;L\u00e4ufertreff nasse Eiche&#8220;.<br \/>\nDie Warteschlangen vor dem Toilettenh\u00e4uschen taten sich nur sehr wenige freiwillig an.<br \/>\nWarmgelaufen und umgezogen wechselte ich auf den Hauptplatz und reihte mich irgendwo unter die ersten Hundert in den Startblock ein<br \/>\nDennis und Andr\u00e9 eilten mit der Kamera herbei und interviewten meinen, uns v\u00f6llig unbekannten, &#8222;Hintermann&#8220;, der das Spielchen jedoch gerne mitmachte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-09-23_zons\/K640_IMG_0025.JPG\" \/><\/p>\n<p>Wir sch\u00fcttelten uns die H\u00e4nde und kurz darauf ert\u00f6nte auch schon der Startschuss.<\/p>\n<p>Routiniert dr\u00fcckte ich beim \u00dcberqueren der Zeitnahme-Vorrichtung den Start-Button meiner Uhr.<br \/>\nDie grobe Streckenf\u00fchrung war mir ja aus dem letzten Jahr noch ganz gut in Erinnerung geblieben und so wusste ich um die recht schwierigen Streckenverh\u00e4ltnisse, gerade auf den ersten Metern.<br \/>\nDenn die f\u00fchrten uns aus dem relativ hell erleuchteten Stadion heraus \u00fcber den kleinen Parkplatz und dann um eine 90\u00b0-Linkskurve direkt auf einen schmalen, nahezu unbeleuchteten Feldweg.<br \/>\nMit \u00dcberholman\u00f6vern hielt ich mich deshalb auch tunlichst zur\u00fcck, bis sich meine Augen an die Dunkelheit gew\u00f6hnt hatten.<br \/>\nAls dies geschehen war, glitt mein Blick auf Uhren-Display:<br \/>\nGeschwindigkeits-Kontrolle!<br \/>\nWenigstens einmal wollte ich in diesem Jahr versuchen mich nicht schon auf den ersten drei Kilometern in eine Laktat-Flut zu rennen.<br \/>\nDie Uhr zeige genau nichts.<br \/>\nLediglich die Rennzeit tickte munter vor sich hin.<br \/>\nZur\u00fcckgelegte Distanz, Aktuelle Geschwindigkeit und Durchschnittszeit der letzten 1000m wurden jedoch nicht berechnet.<br \/>\nDa fiel es mir ein: Ich hatte die Uhr ja bereits in der Halle gestartet und die Frage &#8222;Befinden Sie sich in einem geschlossenen Raum?&#8220; mit &#8222;Ja&#8220; quittiert.<br \/>\nJetzt denkt dieses Mistst\u00fcck, dass ich mich in einem Fitness-Studio oder dergleichen aufhalte und misst allenfalls Zeit und Puls, aber nicht mehr GPS, also Strecke und Geschwindigkeiten&#8230;<br \/>\nNa. Ganz. Toll.<br \/>\nDie Uhr schnell rebooten w\u00fcrde nicht viel bringen, denn ich bewege mich stetig und nicht gerade langsam, es w\u00fcrde wahrscheinlich zig Minuten dauern, bis das GPS-Signal stabil genug ist.<br \/>\nAlso was tun?<br \/>\nNaja, die Kilometermarken sind an der Strecke per Schild ausgewiesen und meine Rennzeit zeigt die Uhr ja immerhin an.<br \/>\nDa werde ich wohl meinem K\u00f6rpergef\u00fchl und Mathek\u00fcnsten vertrauen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Um mich herum befanden sich jedoch noch immer viele, viele L\u00e4ufer die ich in wildem Zick-Zack umgehen und \u00fcberholen musste. Das ist nicht gerade f\u00f6rderlich, um nach Gef\u00fchl einen bestimmten Geschwindigkeits-Schnitt zu halten.<br \/>\nEtwas weiter vorne schl\u00e4ngelte sich ein weiterer L\u00e4ufer willd durchs Get\u00fcmmel und ich beschloss mich ihm anzuschlie\u00dfen.<br \/>\nSo erreichten wir Kilometer 1 nach genau 4:00 Minuten.<br \/>\nUm mich herum piepste es an allen Handgelenken, nur meines blieb stumm.<br \/>\nSchnurgerade verlief der Weg, mein Vordermann und ich \u00fcberholten L\u00e4ufer um L\u00e4ufer und ich f\u00fchlte mich, trotz gerade erst abgeflachten Schnupfens, ganz frisch in den Beinen.<br \/>\nKurven gibt es in diesem Rennabschnitt so gut wie keine, und wenn dann sind es 90\u00b0-Abbiegungen, die entweder durch Fackeln, Flutlichter oder RTW-Scheinwerfer beleuchtet sind.<br \/>\nIrgendwo zwischen Kilometer 2 (den wir wieder glatt bei 8 Minuten passierten) und Kilometer 3 hatte ich das Gef\u00fchl, dass mein &#8222;Tempomacher&#8220; ein wenig die Luft ausging.<br \/>\nOder wurde ich jetzt nur einfach richtig warm?<br \/>\nSo oder so \u00fcberholte ich den Mann, passierte etwas sp\u00e4ter Kilometer 3 wieder bei nahezu glatt 12 Minuten und betrachete meine neuen &#8222;Vorderm\u00e4nner&#8220;, als wir von den Feldwegen runter und rauf auf eine gro\u00dfe, relativ gut beleuchtete und abermals schnurgeraden Stra\u00dfe gef\u00fchrt wurden.<br \/>\nEin richtiges Pulk sah ich nicht vor mir. Lediglich ein paar einzelne L\u00e4ufer, sowie 2 junge Frauen, die von einer Fahrradfahrerin begleitet wurden.<br \/>\nIch passierte sie etwas vor Kilometer 4, den ich erstmals in diesem Rennen unter 4 Minuten lief. Scheinbar hielten die beiden dank des Begleitrades also genau 4 Minuten pro Kilometer.<br \/>\nNach einigen hundert Metern erreichte ich einen der sch\u00f6nsten Passagen dieses Rennens: Die Strecke f\u00fchrte uns durch einen kleinen Stra\u00dfenzug, den die Anwohner mit unz\u00e4hligen Teelichtern und Fackeln in ein herrliches Lichtermeer verwandelten.<br \/>\nEin kleiner Junge am Stra\u00dfenrand z\u00e4hlte uns laut durch.<br \/>\nSeiner Z\u00e4hlung nach liege ich momentan an 28ster Position.<br \/>\nKurz darauf ruft uns ein anderer kleiner Kerl lauthals zu:<br \/>\n&#8222;Wenn ihr noch eine Schippe drauflegt, k\u00f6nnt ihr alle noch siegen!&#8220;<br \/>\nNa das sind ja mal aufmunternde Worte&#8230;<br \/>\nEs geht weiter durch die Randbezirke von Zons, immer im Halbdunkel.<br \/>\nM\u00fchsam h\u00e4nge ich mich an einen weiterer L\u00e4ufer an und so langsam kommt in mir der Gedanke auf, dass ich mich von diesem eigentlich ganz gut ins Ziel &#8222;ziehen&#8220; lassen kann.<br \/>\nDas Tempo ist nicht zu schnell, aber auch nicht wirklich lahm.<br \/>\nSo geht es \u00fcber einen Parkplatz und auf einem sehr schmalen Weg um die Zollfeste Zons herum.<br \/>\nDiese Stelle ist wirklich total surreal zu laufen!<br \/>\nDer Weg ist kaum mehr als einen Meter breit, rechts ragt das grobe Mauerwerk der Zollfeste in den Himmel, links begrenzen mannshohe Fackeln die Strecke.<br \/>\nDa man so wenig wie m\u00f6glich von deren Geruch einatmen will, laufen wir am \u00e4u\u00dfersten rechten Rand. Die Schulter kratzt fast am Mauerwerk und durch die vorhandenen Kurven komme ich mir beinahe so vor wie ein Jetpilot im Gel\u00e4ndetiefstflug.<br \/>\nLeider dauerd dieser Abschnitt nur wenige hundert Meter, danach laufen wir \u00fcber einen kleinen Anstieg auf den Eingang der Festung zu.<br \/>\nDie Strecke ist hier so angelegt, dass wir zum Einen die L\u00e4ufer sehen, die gerade in die Festung einlaufen, uns sozusagen nur wenige hundert Meter vorraus sind, aber gleichzeitig k\u00f6nnen wir ebenfalls die L\u00e4ufer sehen, die gerade die Festung wieder verlassen. Die haben dann aber schon fast einen Kilometer Vorsprung auf uns.<br \/>\nUnd tats\u00e4chlich erkenne ich kurz ein kleines Pulk, welches gerade die Festung verl\u00e4sst. Scheinbar die F\u00fchrungsl\u00e4ufer.<br \/>\nViel wichtiger f\u00fcr mich ist aber eine andere Entdeckung:<br \/>\nEiner der L\u00e4ufer, die gerade in die Festung einliefen, trug das Trikot des Lauftreffs meiner Firma!<br \/>\nIn dieser &#8222;Geschwindigkeitsklasse&#8220; haben die eigentlich nur einen L\u00e4ufer, ebenjenen dem ich bereits beim EVL 10km-Lauf in Leverkusen knapp unterlegen war.<br \/>\nWas mache ich dann also hier hinten?<br \/>\nDamals konnte ich gut mit ihm mithalten, obwohl ich nur wenige Stunden zuvor in Neuss eine neue Pers\u00f6nliche Bestzeit \u00fcber 5000m aufgestellt hatte.<br \/>\nHeute war ich ausgeruht, dann sollte ich doch also locker mit ihm mithalten k\u00f6nnen!<br \/>\nDer Vorsprung seines 3er-Pulkes auf mich betrug zwar einige Hundert Meter, aber das schaffe ich.<br \/>\nNoch auf der Zufahrt zur Festung lie\u00df ich meinen Vordermann stehen und beim Einlauf in die eigentliche Festung \u00fcberholte ich ein gro\u00dfes 5er-Pulk voller Selbstbewusstsein.<br \/>\nDie k\u00f6nnen mir gar nichts, denn mein Platz ist eindeutig da vorne!<br \/>\nDieses Gef\u00fchl, diese rotzfreche Art zu laufen&#8230; das flashte mich total.<br \/>\nJetzt lag niemand mehr zwischen mir und meinem Ziel-Pulk, aber das war mir in diesem Moment total egal: Die hole ich sicher ein.<br \/>\nDer Belag wechselte auf Kopfsteinpflaster, zum Gl\u00fcck trocken und nicht rutschig.<br \/>\nDurch die engen, verwinkelten Gassen, konnte ich mein Ziel nur noch selten sehen.  Aber tats\u00e4chlich schien sich die Distanz zu verringern.<br \/>\nAus dem gro\u00dfen Pulk hatte ich ebenfalls niemand an meine Fersen geheftet: Perfekt.<br \/>\nKurz vor dem Ausgang der Festung bog pl\u00f6tzlich ein dunkler BMW mit neusser Kennzeichen vor mir auf die schmale Stra\u00dfe.<br \/>\nNoch waren wir ungef\u00e4hr gleich schnell, also erstmal kein Problem f\u00fcr mich &#8211; von den stinkenden Abgasen einmal abgesehen.<br \/>\nAllerdings musste er jetzt zwei enge Torb\u00f6gen passieren und bremste ab.<br \/>\nIch rannte dem Idiot fast in den Kofferraum, tat in letzter Sekunden einen Seitschritt und quetschte mich zwischen dem Wagen und den Tormauern hindurch. Damit mich dieser Trottel nicht doch noch \u00fcber den Haufen karriolt, zog ich mein Tempo kurzzeitig stark an und flog geradezu durch den zweiten Torbogen.<br \/>\nVor mir fuchtelte ein Helfer wild mit einer Taschenlampe nach links, br\u00fcllte gleichzeitig dem Autofahrer einige angemessene Worte entgegen und sah mich kurz mit gro\u00dfen Augen an &#8211; dann war ich auch schon an ihm vorbei und h\u00f6rte nur noch &#8222;Liiiinks, du musst nach liiinks&#8220;.<br \/>\nUnter mir bog die Streckenbegrenzung aus Teelichtern nach links ab, die ich halb laufend, halb h\u00fcpfend \u00fcberquerte und irgendwie versuchte bei ca. 18 km\/h aus vollem Lauf die 90\u00b0-Linkskurve, die die Strecke direkt nach dem Torbogen beschrieb, doch noch zu bekommen.<br \/>\nEs gelang mir tats\u00e4chlich, aber es muss schon sehr abenteuerlich ausgesehen haben.<br \/>\nF\u00fcr einen kurzen Augenblick konnte ich wieder mein Ziel ausmachen, bevor es abermals hinter einer Kurve verschwand.<br \/>\nAls ich diese Rechtskurve erreichte, bog das Dreierpulk nur knapp Hundert Meter vor mir nach links ab und verlie\u00df damit das Carr\u00e9 der Festungsanlage.<br \/>\nIch tat es ihnen gleich, und tauchte wieder in die diffusen Rad- und Feldwege ein.<br \/>\nUngef\u00e4hr bei Kilometer 8,5 &#8211; gut 2000m nachdem ich meine Verfolgungsjagd er\u00f6ffnet hatte &#8211; erreichte ich endlich das Pulk und h\u00e4ngte mich an. Das Pulk bestand nun aus dem Tempomacher in neon-orange, einem weitereren L\u00e4ufer in gr\u00fcn und dahinter mein Firmenkollege und ich, beide in blau.<br \/>\nDas Aufholman\u00f6ver hatte mich schon einiges an Kraft gekostet und ich hoffte inst\u00e4ndig, dass die da vorne jetzt nicht mit irgendwelchen Sprinteinlagen rumzaubern w\u00fcrden.<br \/>\nDas taten sie aber nicht und so konnte ich mich tats\u00e4chlich ein wenig im Windschatten ziehen lassen und ausruhen.<br \/>\nNach knapp 500m, also weniger als 2 Minuten, jedoch stieg der gr\u00fcne L\u00e4ufer aus.<br \/>\nEr blieb nicht stehen, aber der Abstand zum F\u00fchrungsl\u00e4ufer wurde merkbar gr\u00f6\u00dfer. Jetzt waren es schon fast 2 Meter.<br \/>\nMein Firmenkollege lief rechts fast neben mir, der Tempomacher links in knapp 4 Metern Entfernung, als ich den gr\u00fcnen Mann hinter mir lie\u00df.<br \/>\nAuf welches Pferd setze ich nun?<br \/>\nOrange oder blau &#8211; orange oder blau?<br \/>\nOrange!<br \/>\nIch legte ein paar schnellere Schritte ein und heftete mich direkt an die Fersen des orangen L\u00e4ufers, welche noch immer sein Tempo konstant lief.<br \/>\nLangsam verebbten die Schritte meines Firmenkollegen hinter mir.<br \/>\nMeinen Blick richtete ich stur auf die Waden meines Vordermannes, konzentrierte mich darauf, ob er schneller oder langsamer wurde und blieb stur an ihm kleben.<br \/>\nSo passierten wir Kilometer 9, verlie\u00dfen den Radweg und bogen rechts ab auf einen Feldweg. Diesen Abschnitt erkannte ich sofort von letztem Jahr wieder!<br \/>\nWir haben es bald geschafft: Nur noch bis zu den B\u00e4umen dort hinten, dann rechts am Feld entlang, hinters Stadtion und auf die Zielgerade.<br \/>\nKinderspiel!<br \/>\nJetzt gab es nur noch eine Frage: Wer w\u00fcrde zuerst zum Schlu\u00dfsprint ansetzen?<br \/>\nEr oder&#8230;<br \/>\nMein Vordermann wurde langsamer.<br \/>\nNicht viel, aber ich musste meinen Laufrythmus \u00e4ndern, wenn ich nicht auf ihn auflaufen wollte.<br \/>\nIch zog nach links raus und setzte mich erst neben ihn, schlie\u00dflich vor ihn.<br \/>\n&#8222;Das ist jetzt aber unfair.&#8220;, rief er mir zu.<br \/>\n&#8222;Es ist nicht mehr weit.&#8220;, antworte ich.<br \/>\n&#8222;Ich wei\u00df, noch knapp 1 Kilometer.&#8220;<br \/>\n&#8222;Na dann komm mit.&#8220;, gab ich zur\u00fcck.<br \/>\n&#8222;Ich kann nicht mehr&#8230;&#8220;, \u00e4chzte der Mann.<br \/>\n&#8222;Komm jetzt!&#8220;, br\u00fcllte ich ihn an, denn er lag nun bereits 3 oder 4 Meter hinter mir.<br \/>\nUnd tats\u00e4chlich schloss er wieder etwas auf zu mir.<br \/>\n&#8222;Na also. Durchhalten jetzt!&#8220;, feuerte ich ihn an.<br \/>\nKurz nach Kilometer 10 erreichten wir die B\u00e4ume, an denen der Weg hart nach rechts abbog.<br \/>\nUngef\u00e4hr hier konnte mein Hintermann dann leider nicht mehr mithalten, sein Schatten im Flutlicht, welches die Kurve erhellte, fiel immmer weiter achteraus.<br \/>\nSchade, aber mehr kann ich wirklich nicht f\u00fcr ihn tun.<br \/>\nVor mir in einigen Metern ersp\u00e4te ich einen kleinen Schatten.<br \/>\nIch vermutete eine L\u00e4uferin darin.<br \/>\nZiemlich flott.<br \/>\nWird wohl nichts mehr werden, aber trotzdem versuchte ich sie noch vor dem Ziel zu erreichen.<br \/>\nAber auch der Schatten zog das Tempo zum Schlu\u00dfsprint an und verschwand deutlich vor mir auf dem kleinen Weg hinter dem Stadion.<br \/>\nDort hatte sich der Moderator hinpostiert und sagte alle L\u00e4ufer an, die ihn passierten. Auf diese Weise hatten die Zuschauer im Stadion immer die Information welcher L\u00e4ufer als n\u00e4chstes auf die Zielgerade im Stadion einbiegen w\u00fcrde.<br \/>\nDen kleinen Schatten vor mir, in dem ich eine flotte Frau vermutete, k\u00fcndigte er als &#8222;Ersten L\u00e4ufer der Klasse M60&#8220; an&#8230;<br \/>\nNa ganz toll.<br \/>\nVon Opi niedergesprintet werden, nicht gerade ein gutes Gef\u00fchl.<br \/>\nMit diesen Gedanken passierte ich die letzte Rechtskurve und betrat die Zielgerade, w\u00e4hrend hinter mir der orange Tempol\u00e4ufer und auch mein Firmenkollege angesagt wurden.<br \/>\nDie w\u00fcrden mich nicht mehr einholen k\u00f6nnen, der M60-L\u00e4ufer hatte vor mir gerade das Ziel passiert, den w\u00fcrde ich also auch nicht mehr einholen.<br \/>\nEin Schlu\u00dfsprint war also weder n\u00f6tig, noch sinnvoll:<\/p>\n<p>Ich breitete meine Arme weit aus und flog gen\u00fcsslich ins Ziel.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-09-23_zons\/K640_IMG_0036.JPG\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-09-23_zons\/K640_IMG_0035.JPG\" \/><\/p>\n<p>Kurz darauf erreichten auch die L\u00e4ufer meines Pulkes das Ziel und wir begl\u00fcckw\u00fcnschten uns alle gegenseitig f\u00fcr diesen tollen Lauf und fachsimpelten eine kleine Weile miteinander.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-09-23_zons\/K640_IMG_0037.JPG\" \/><\/p>\n<p>Meine Uhr stoppte \u00fcbrigens bei 44:17min, die offizielle Nettozeit lag jedoch -warum auch immer- bei 44:22min.<br \/>\nDas ist aber noch immer erheblich schneller als meine 51:45min von letztem Jahr und brachte mich auf Platz 26 im Gesamtklassement, sowie auf Platz 2 der Klasse M30!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/_pics_\/blog\/2011-09-23_zons\/K640_IMG_0038.JPG\" \/><\/p>\n<p>Damit endete f\u00fcr mich die Sommersaison.<br \/>\nIch werde jetzt erstmal ein paar Wochen Trainingspause einlegen und danach geht es voller Elan ins Wintertraining, gespickt mit einigen Trainings- und Vorbereitungswettk\u00e4mpfen f\u00fcr mein neues Gro\u00dfprojekt.<\/p>\n<p>Bis dahin.<br \/>\nKeep on Running, <\/p>\n<p>Euer Karsten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letztes Rennen der Sommersaison. Freitag, 23. September 2011 Nils konnte man die Anspannung schon anmerken. Kein Wunder, denn in wenigen Minuten w\u00fcrde er zu seinem ersten Rennen starten. 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