{"id":341,"date":"2012-01-29T13:41:22","date_gmt":"2012-01-29T11:41:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=341"},"modified":"2013-04-06T13:52:21","modified_gmt":"2013-04-06T11:52:21","slug":"sonntag-29-januar-2012","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=341","title":{"rendered":"Sonntag, 29. Januar 2012"},"content":{"rendered":"<p><code><strong>Projekt XX: StrongmanRun 2012<\/strong><\/code><\/p>\n<p><code>Tag: 117 \/ 66. Trainingseinheit: Wettkampf<br \/>\nWetter: 1\u00b0C, angehauchter Schneefall, leichter Wind<\/code><\/p>\n<p>Meine Ausgangsposition im heutigen Abschlusslauf der 1. Leverkusener Winterserie war mehr als kompfortabel:<br \/>\nLaut meinen Berechnungen war ich in der Gesamtwertung &#8222;relativ sicher&#8220; mit knapp 4 Minuten R\u00fcckstand auf den F\u00fchrenden und meinerseits gut 4 Minuten Vorsprung auf den Dritten.<br \/>\nIn der AK-Wertung sah es sogar noch besser aus: Ich hatte mir mit \u00fcber 8 Minuten Vorsprung die F\u00fchrung nahezu gesichert.<\/p>\n<p>Im Grunde lautete das Motto daher: Einfach nur ankommen, egal wie und ich hab 2 Pokale sicher!<\/p>\n<p>Und so kam es, dass dieses kleine Teufelchen auf meiner Schulter pl\u00f6tzlich irgendwas von &#8222;Triple&#8220; faselte.<!--more--><br \/>\nGut, ok. Ich war beim 2. Lauf recht unerwartet auf Platz 4 der Tageswertung gelaufen. Das lag aber weniger an einer Leistungsexplosion meinerseits, sondern vielmehr an mangelnder Konkurrenz. Mit einer 39er Zeit war das sogar mein &#8222;langsamster&#8220; Lauf der ganzen Serie.<br \/>\nTrotzdem&#8230; Triple klang verlockend.<br \/>\nUnd mehr noch: die magische 37er-Marke war mittlerweile auf verlockende 22 Sekunden heranger\u00fcckt.<br \/>\nRealistisch betrachtet, sind 22 Sekunden auf 10km eine andere Welt&#8230;<\/p>\n<p>So kam es also, dass unser &#8222;Held&#8220; mit eigentlich v\u00f6llig \u00fcberzogenen Erwartungen an sich und sein Kraftausdauerverm\u00f6gen ins Rennen startete.<br \/>\nNochmal zu Erinnerung: Meine Uhr wirft mir alle 400m eine Zwischenzeit raus.<br \/>\nLiegen diese 400m-Zeiten <strong>konstant<\/strong> bei 90 Sekunden, so h\u00e4tte ich eine Chance auf eine hohe 37er Endzeit.<br \/>\nBei 91 w\u00e4re es schon eine glatte 38:00 und bei 94 sogar &#8222;nur&#8220; eine 39:00.<\/p>\n<p>Nach dem ersten &#8222;gerangel&#8220; im Block lief es sich auch ganz gut an. Es war zwar sehr frisch und windete zuweilen aus Nord-Nord-Ost, aber ich war voll da, wie man so sch\u00f6n sagt. Die ersten Zwischenzeiten waren auch mit je 89 sek total in Ordnung, aber dann ging es auf dem Dh\u00fcnndamm gegen den Wind.<br \/>\nIch hielt mich sch\u00f6n hinter meinem direkten Vordermann, einem L\u00e4ufer des TV Refrath.<br \/>\nKnapp 50 Meter vor uns war eine Dreiergruppe, bestehend aus Beate, im Dezember beim 2. Lauf schnellste Frau im Feld, einem ASV-Triathleten und einem L\u00e4ufer in Rot-Schwarz, ich vermutlich Leverkusen Triathlet, aber wie sich sp\u00e4ter herausstellte ebenfalls vom ASV K\u00f6ln.<br \/>\nIch lieb\u00e4ugelte damit, mich diesem Pulk anzuschlie\u00dfen und mich ziehen zu lassen. Beate war eine flotte L\u00e4uferin und ein gro\u00dfes Pulk verspricht Sicherheit und mentale St\u00fctze.<br \/>\nNur mein refrather Vordermann lief stur seinen Stiefel runter, zwar nicht gerade langsam, aber er machte auch keine Anstalten sich dem Pulk zu n\u00e4hern.<br \/>\nEeendlich verlie\u00dfen wir den Damm und betraten den Neulandpark.<br \/>\nLinks gings hoch.<br \/>\nNicht zu steil, aber konstant und lange.<br \/>\nDer Refrather gab Gas, ich lie\u00df mich ein kleines St\u00fcck hintenan fallen, da ich nicht mit Vollgas hoch wollte und stand pl\u00f6tzlich frei im Wind.<br \/>\nAuch nicht so super.<br \/>\nNach der Rechtskurve zum Bergabst\u00fcck klinkte ich mich wieder an die Hacken des Refrathers.<br \/>\nBergab gings wieder was fl\u00fcssiger und zur\u00fcck \u00fcber den Damm ins Stadion war eigentlich recht ok.<br \/>\nDann fing es an.<br \/>\nJetzt r\u00e4chte es sich, dass ich auch nur daran gedacht hatte, mit meinem derzeitigen Trainingsstand eine 37er zu &#8222;erzwingen&#8220;!<br \/>\nWir waren gerade auf der Start-Ziel-Geraden, als mir ein Gedanke durch den Kopf schoss:<br \/>\n&#8222;Du l\u00e4ufst jetzt am Limit, aber was machst du eigentlich, wenn die jetzt gleich den negativen Split starten?&#8220;<br \/>\n&#8230; ich wusste es nicht.<br \/>\nZum Gl\u00fcck lie\u00dfen alle Vorderleute in Sichtweite den Zwischensprint stecken und sparten ihre Kraft scheinbar f\u00fcr Unw\u00e4gbarkeiten auf der zweiten Runde auf.<br \/>\nEiner von Beates Mitl\u00e4ufern, der AVS-ler in rot, fiel pl\u00f6tzlich zur\u00fcck und h\u00e4ngte sich an mich und den Refrather an.<br \/>\nAls wir uns abermals aus dem Sportpark hinaus auf die Weiten des Dh\u00fcnndammes geschoben hatten, packte es mich.<br \/>\nKeine Ahnung was, und warum &#8211; Aber ich hatte pl\u00f6tzlich einen Gedanken:<br \/>\n&#8222;Du geh\u00f6rst hier nicht hin! Da vorne zu Beate, da geh\u00f6rst du hin!&#8220;<\/p>\n<p>Auf H\u00f6he der &#8222;Chinesischen Mauer&#8220; \u00fcberholte ich den Refrather in der stillen Hoffnung, dass er mitzog und wir somit die beiden Pulks zusammenziehen konnten.<br \/>\nDer lie\u00df sich davon aber leider nicht beeinflussen und hielt sein Tempo. Der rote ASV-ler schien sein Pulver ohnehin schon verschossen zu haben.<br \/>\nNach wirklich qu\u00e4lend langen Metern hatte ich Beate und ihren verbleibenden Begleiter endlich gegen Ende des Bergaufst\u00fcckes eingeholt.<br \/>\nWenn ich schaffen w\u00fcrde mich an sie zu heften, dann h\u00e4tte ich eine realistische Chance auf eine wirklich gute Zeit.<br \/>\nDen &#8222;Traum von der 37&#8220; hatte ich zu diesem Zeitpunkt aber bereits ad acta gelegt.<br \/>\nAber vielleicht eine niedrige 38?<br \/>\nMit etwas Gl\u00fcck evtl sogar eine knappe, neue PB?<\/p>\n<p>Dann kam wie aus dem Nichts der Refrather von hinten angest\u00fcrmt, noch auf dem Bergaufst\u00fcck hatte er meinen Ausrei\u00dfversuch egalisiert und wie auf der ersten Runde an dieser Stelle kauerte ich mich \u00e4ngstlich in seinen Windschatten, als es auf das Bergabst\u00fcck zu ging.<br \/>\nJetzt stand es auf der Kippe.<br \/>\nDurch eine Unachtsamkeit waren Beate und ihr Begleiter wieder ein paar Meter vorweg, der Refrather hielt sein Tempo, ich drohte abzufallen.<br \/>\nWas genau geschehen ist, kann ich momentan noch gar nicht sagen.<br \/>\nPl\u00f6tzlich waren der ASV-ler und der Refrather schier unendlich weit vorne, Beate k\u00e4mpfte sich gut 100m vor mir alleine durch den Wind und wir waren auch schon nicht mehr im Neulandpark, sondern auf der Br\u00fccke zur\u00fcck \u00fcber die Dh\u00fcnn.<br \/>\nIch habe ganze 500m komplett verschlafen.<br \/>\nUnverzeihbar!<br \/>\nDar\u00fcber wurde ich so w\u00fctend, dass ich noch auf der Br\u00fcck Gas gab. Aber so richtig.<br \/>\nDirekt stellte sich ein h\u00f6llisches Seitenstechen ein, der Refrather und der ASV-ler waren bereits au\u00dfer Sichtweite um die n\u00e4chste Kurve.<br \/>\n&#8222;Jetzt ganz cool bleiben.&#8220; redete ich mir zu.<br \/>\nAuch wenn ich am liebsten heulend im Gr\u00fcnstreifen ausgelaufen w\u00e4re.<br \/>\n&#8222;Kein Drama, keine Panik. Noch hast du Zeit, noch ist genug Strecke vorhanden, um was zu retten.&#8220;<br \/>\nIch ballte die F\u00e4uste, ignorierte die Stiche in der Seite und rannte fing mich wieder etwas.<br \/>\nNach kurzer Zeit verkrampften beide H\u00e4nde, erst jetzt bemerkte ich, dass ich sie noch immer zu F\u00e4usten geballt hatte. Als Abhilfe zog ich meine Handschuhe aus und nahm je einen in eine Hand.<br \/>\nBeate kam wieder in Sicht, die Paces wurden wieder ertr\u00e4glicher und kurz flammte eine kleine Hoffnung auf, als uns einer der Posten unter der Bahnbr\u00fccke &#8222;36:30min&#8220; zurief.<br \/>\n&#8222;90 Sekunden&#8220;, dachte ich nur, &#8222;Ich werds ja wohl in 90 Sekunden von hier ums Eck hinten rum ins Stadion und dort auf der Bahn bis ins Ziel schaffen.&#8220;<br \/>\nIn Gedanken sind solche Strecken aber immer viel viel k\u00fcrzer, als in Realit\u00e4t&#8230; das wusste ich leider nur zu gut.<\/p>\n<p>Trotz Schlu\u00dfsprintes im 3:10min\/km-Schnitt (fast 20km\/h), war &#8222;meine 37&#8220; nicht mehr zu retten.<br \/>\nBei weitem nicht&#8230;<\/p>\n<p>Jetzt, einige Stunden sp\u00e4ter, denke ich, dass ich in meinem 21. Rennen wieder einen ganzen Haufen neues gelernt habe.<br \/>\nUnd nachdem ich in Ruhe alles revue habe passieren lassen, wei\u00df ich, dass ich mich nicht &#8222;unter Wert&#8220; verkauft habe, sondern meine drittbeste Zeit \u00fcberhaupt gelaufen bin!<\/p>\n<p>&#8230;aber dennoch fuchst es mich halt, dass ich mich heute \u00fcber die ersten 7500m wirklich durchgebissen und gek\u00e4mpft habe und mich dann auf nur 500m Strecke derat habe gehen lassen und einfach nichts mehr in petto hatte. Nachdem ich mich dann knapp 1500m vor dem Ziel wieder etwas gefangen hatte, war der Zug dann leider abgefahren.<br \/>\n<strong>Aber ich habe wieder zur\u00fcck ins Rennen gefunden<\/strong><br \/>\n&#8211; Das ist die gro\u00dfe Lehre des heutigen Tages!<br \/>\nUnd ein paar Sek\u00fcndchen Ergebniskosmetik sind mir danach sogar auch noch gelungen.<\/p>\n<p><code>Das Rennen im \u00dcberblick:<\/code><\/p>\n<p><code>01 - 96,3 sek<br \/>\n02 - 89,8 sek<br \/>\n03 - 89,4 sek<br \/>\n04 - 89,8 sek<br \/>\n<strong>05 - 92,1 sek (2km - Marke)<\/strong><br \/>\n06 - 94,5 sek<br \/>\n07 - 95,1 sek<br \/>\n08 - 94,3 sek<br \/>\n09 - 90,6 sek<br \/>\n<strong>10 - 92,3 sek (4km - Marke)<\/strong><br \/>\n11 - 86,4 sek<br \/>\n12 - 91,2 sek<br \/>\n13 - 94,0 sek<br \/>\n14 - 96,5 sek<br \/>\n<strong>15 - 88,6 sek (6km - Marke)<\/strong><br \/>\n16 - 93,9 sek<br \/>\n17 - 90,1 sek<br \/>\n18 - 94,2 sek<br \/>\n19 - 92,6 sek<br \/>\n<strong>20 - 98,9 sek (8km - Marke)<\/strong><br \/>\n21 - 91,7 sek<br \/>\n22 - 95,8 sek<br \/>\n23 - 90,3 sek<br \/>\n24 - 91,3 sek<br \/>\n<strong>25 - 90,5 sel (10km - Ziel)<\/strong><\/code><\/p>\n<p><code>Zielzeit: 38:37min<\/code><\/p>\n<p>Mit diesem Rennen endet meine &#8222;Wettkampf-Saison 2011&#8220;. Jetzt gilt es in der Zeit bis Anfang M\u00e4rz soviel qualitativ hochwertiges Training wie m\u00f6glich zu packen und *toi toi toi* verletzungs- und *toi toi toi* erk\u00e4ltungsfrei zu bleiben!<\/p>\n<p>Euer KamiKasi<\/p>\n<p><code>Tagesbilanz: 10,00km - 38:37min - 3:52min\/km<br \/>\nBegegnungen: inter pares!<\/code><\/p>\n<p><code><strong>Wochenbilanz<\/strong><br \/>\nTrainingswoche: 16<\/p>\n<p>Laufeinheiten: 3<br \/>\nDistanz: 28,18km<br \/>\nZeit: 2:15h<br \/>\nPace: 4:48min\/km<\/p>\n<p>Gewicht: 80.3kg<br \/>\nWeitere Trainingseinheiten: 1 Stabi<\/code><\/p>\n<p><code>Erkenntnis des Tages:<\/code><\/p>\n<p><strong>Gewonnen oder Verloren, wird zwischen deinen Ohren!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projekt XX: StrongmanRun 2012 Tag: 117 \/ 66. Trainingseinheit: Wettkampf Wetter: 1\u00b0C, angehauchter Schneefall, leichter Wind Meine Ausgangsposition im heutigen Abschlusslauf der 1. 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