{"id":391,"date":"2012-02-23T14:52:00","date_gmt":"2012-02-23T12:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=391"},"modified":"2013-04-06T14:54:29","modified_gmt":"2013-04-06T12:54:29","slug":"liebe-kindlein-daheim-vor-den-bildschirmen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=391","title":{"rendered":"&#8222;Liebe Kindlein daheim vor den Bildschirmen&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Donnerstag, 23. Februar 2012<\/strong><\/p>\n<p><code><strong>Projekt XX: StrongmanRun 2012<\/strong><\/code><\/p>\n<p><code>Tag: 141 \/ 83. Trainingstag: Regenerationslauf<br \/>\nWetter: 12\u00b0C (!!!) Aber leider sehr grau in grau<\/code><\/p>\n<p>Ja, wer kennt sie nicht?<br \/>\nDiese ber\u00fchmten Worte, die Onkel Thommy Gottschalk immer mit erhobenen Zeigefinger in die Kamera sprach, nur weil gleich ein Kandidat wetten wollte, dass er &#8222;mit verbunden Augen, nur mit Hilfe einer Gabel, erkennen kann welche Steckdose unter Strom steht?&#8220;.<\/p>\n<p>Ich hatte heute einen \u00e4hnlich grandiosen Einfall &#8211; aber fangen wir von vorne an.<\/p>\n<p>Mein Wecker klingelte.<br \/>\nDer Uhrzeit nach zu urteilen tat er das schon seit fast 2 Stunden, nur hin und wieder von meinem blinden Rundumschlag auf die Snooze-Taste unterbrochen.<br \/>\nWenn ein Arbeitstag so anf\u00e4ngt, kann man ihn meistens auch schon direkt vergesen.<br \/>\nAber zum Gl\u00fcck gibt es ja noch die Gleitzeit-Regelung bei uns in der Firma und Kundentermine mache ich, seitdem ich so excessives Training betreibe, erst gar nicht vor 9 Uhr.<!--more--><br \/>\nDies war dann auch meine heutige Startzeit in das allt\u00e4gliche Hamsterr\u00e4dchen.<br \/>\nGenerell ist es kein Problem so sp\u00e4t anzufangen, man muss dann halt nur bis 18 Uhr bleiben, wenn man das Gleitzeitkonto nicht noch mehr strapazieren will.<br \/>\nZwei Dinge standen dem heute jedoch im Wege: Erstens muss ja auch der Kunde entsprechend lange Zeit haben und zweitens hatten wir ab 11 Uhr eine Besprechung.<br \/>\nAlso noch weniger Zeit, um produktiv zu arbeiten.<br \/>\nDas &#8222;Tages-Soll&#8220; (Keine Angst, Akkord ist zum Gl\u00fcck schon lange nicht mehr!) erreichte ich irgendwie dann doch noch.<\/p>\n<p>Aber als ich dann um 18:30 Uhr zu Hause eintrudelte war ich hundsm\u00fcde, einfach nur platt und irgendwie&#8230; Naja ich geriet mal wieder \u00fcber die gro\u00dfen und kleinen Probleme des Lebens ins Gr\u00fcbeln.<\/p>\n<p>Laufen w\u00fcrde ich aber heute trotzdem!<br \/>\n7 km lockeres Traben. Das f\u00f6rdert die Regneration der Muskeln und au\u00dferdem kann man dabei so herrlich den Kopf frei bekommen.<br \/>\n&#8230;und wenn es heute halt nur 5km werden &#8211; Na dann ist das halt heute so!<\/p>\n<p>Ich packte meine Handlampe und trabte von dannen.<br \/>\nZuerst am Rhein entlang, die Beine waren nach gut 2km richtig warm, generell war es heute \u00fcbrigens sehr warm gewesen und sogar jetzt, um 20Uhr, mit 10\u00b0C noch ausgesprochen angenehm!<br \/>\nDie 7km sollten also gar kein Problem sein.<br \/>\nAls ich die Wupperbr\u00fccke passierte, h\u00e4ngte ich spontan noch die 2,5km &#8222;Extra-Schleife&#8220; an, als ich diese beendet hatte, w\u00e4hlte ich den &#8222;langen Weg&#8220; \u00fcber Rheindorf.<br \/>\nOrtrand Rheindorf angekommen w\u00e4hlte ich jedoch nicht den &#8222;gewohnten&#8220; Nachtlaufweg, sondern schlug spontan den Weg \u00fcber die dunklen Feldwege ein.<br \/>\nDer Weg ist zwar schon fast ein Trail, gerade wenn er so nass und aufgeweicht wie jetzt ist, aber ich habe ja schlie\u00dflich eine Taschenlampe dabei!<br \/>\nUnd die hatte nach weiteren 2km keinen Saft mehr.<\/p>\n<p>Hier stand ich nun und hatte die Wahl: 2km im Dunklen zur\u00fcck, oder einfach 2km im Dunklen weiter.<\/p>\n<p>Handy hatte ich zwar keines und es wusste auch niemand wo ich heute lang lief&#8230; wusste \u00fcberhaupt jemand, dass ich heute lief?!<br \/>\nAber wenigstens hatte ich keinen Mp3-Player dabei!<br \/>\nSo w\u00fcrde ich die Such-Rufe der Rettungstrupps auf jeden Fall leichter h\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich lief einfach mal weiter, den Weg kenne ich ja immerhin recht gut.<br \/>\nNach der n\u00e4chsten Kurve musste ich dann feststellen, dass scheinbar irgendein Bauer mit seinem Traktor den kompletten Weg auf Links gepfl\u00fcgt hatte.<br \/>\nOder eine Horde freilaufender 30-Tonner ist hier entlang gefahren.<br \/>\nWahrscheinlich sogar beides!<\/p>\n<p>Jetzt wurde es richtig brutal.<br \/>\nStockfinster, auf matschig aufgew\u00fchlten und unberechenbaren Untergrund rannte ich in blindem Vertrauen auf mein &#8222;L\u00e4uferk\u00f6nnen&#8220; und mein Gl\u00fcck im 4:40min\/km-Schnitt durch die Pampa.<br \/>\nDies war dann auch ungef\u00e4hr der Zeitpunkt, da meine beiden altbekannten Trainingsfreunde, das Engelchen und das Teufelchen seit langer Zeit mal wieder auf meinen Schultern erschienen.<br \/>\n&#8222;Ey h\u00f6mma?!&#8220;, polterte es von der rechten Seite, &#8222;Bissu bekloppt?! Willsu uns umbringen?!&#8220;.<br \/>\nEs war aber nicht, wie ich eigentlich erwartet h\u00e4tte, das Engelchen. Das hing auf der linken Schulter, sehr gr\u00fcn und recht unansehnlich. Es war das Teufelchen, ebenfalls nicht mehr ganz taufrisch im Gesicht.<br \/>\nIch ignorierte die Beiden und erreichte tats\u00e4chlich den asphaltierten Feldweg entlang der Bahngleise.<br \/>\nEbenfalls unbeleuchtet, aber immerhin konnte man das graue Band im Zwielicht ganz gut erkennen.<br \/>\nGut, in der langen Kuhle in Richtung Wupper war es durch die hohen B\u00e4ume erheblich zu dunkel, als dass man irgendwas erkennen konnte &#8211; von dem Weg unter der Wupperbr\u00fccke in Richtung Reiterhof mal ganz zu schweigen.<br \/>\nAber nach der, ich glaubte es nicht aber dort wurde es sogar noch dunkler, Bahnunterf\u00fchrung sah ich sie dann endlich.<br \/>\nStrahlend hell, ja glei\u00dfend m\u00f6chte ich schon sagen.<br \/>\nDie erste Laterne auf dem M\u00fchlbachdamm.<br \/>\n&#8230; und auch die Einzige.<\/p>\n<p>Wieder tauchte ich ein ins D\u00e4mmerlicht, wieder zwar auf Asphalt, aber hier gab es B\u00e4nke, M\u00fclleimer am Rande und ab und zu einen Poller in der Wegesmitte.<br \/>\nSchon ein wenig erleichtert erreichte ich wieder &#8222;zivilisiertes&#8220;, sprich beleuchtetes, Gebiet.<br \/>\nV\u00f6llig entspannt trabte weiter gen Heimat und hing wieder meinen Gedanken nach.<br \/>\nVorbei an B\u00fcrrig.<br \/>\nVorbei am Restaurant Chinesische Mauer.<br \/>\nVorbei am Skater-Park.<br \/>\nVorbei am Fitness-Studio.<br \/>\nVorbei an der BayArena&#8230;<br \/>\nWie zur H\u00f6lle bin ich denn jetzt hier gelandet?!<br \/>\nIch h\u00e4tte schon vor \u00fcber 2km Richtung Innenstadt abbiegen m\u00fcssen.<br \/>\nDas ist ja jetzt v\u00f6llig abseits meiner normalen Rekomp-Strecke!<br \/>\nDie geht in der Regel zur Ponton-Br\u00fccke und zur\u00fcck.<br \/>\n7,5km. Ende aus.<br \/>\nIch kehrte wieder um.<br \/>\nAuf H\u00f6he der Chinesischen Mauer begegnete ich dann tats\u00e4chlich der ersten und einzigen Menschenseele heute.<br \/>\nEinem L\u00e4ufer mit Stirnlampe. Ausgeschaltet.<br \/>\nWenig sp\u00e4ter erreichte ich dann doch noch meine Wohnung wohlauf und unversehrt.<\/p>\n<p>Die Antworten auf meine Gr\u00fcbel-Probleme hatte ich \u00fcbrigens tats\u00e4chlich w\u00e4hrend der heutigen Trainingseinheit gefunden.<br \/>\n&#8230;aber irgendwie hatte ich unterwegs die Fragen vergessen.<\/p>\n<p>Waren wohl nicht so wichtig!<\/p>\n<p><code>Tagesbilanz: 16,83km - 81:57min - 4:52min\/km<br \/>\nBegegnungen: 1 L\u00e4ufer<\/code><\/p>\n<p><code>Erkenntnis des Tages:<\/code><\/p>\n<p><strong>Mit 16km Abstand betrachtet, sieht die Welt schon ganz anders aus!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag, 23. Februar 2012 Projekt XX: StrongmanRun 2012 Tag: 141 \/ 83. 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