{"id":542,"date":"2013-04-28T18:41:44","date_gmt":"2013-04-28T16:41:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=542"},"modified":"2013-06-11T11:20:16","modified_gmt":"2013-06-11T09:20:16","slug":"so-ist-das-also","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=542","title":{"rendered":"Endlich Triathlet."},"content":{"rendered":"<p><strong>MHA Triathlon 2013, Aachen (0,5 \/ 22 \/ 5)<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Hibbelig&#8220; unschreibt es eigentlich ganz gut.<br \/>\nIch war hibbelig!<br \/>\nUnd wie.<br \/>\nMein Schwesterherz auf dem Beifahrersitz war eher cool.<br \/>\nIch hibbelte umher.<br \/>\nGerade hatte ich den voll beladenen Twingo auf dem Discounter-Parkplatz abgestellt und war mir noch nicht ganz sicher, ob ich mich nun auf meinen ersten Triathlon freute &#8211; oder nicht doch lieber von einem Blitz erschlagen werden wollte.<br \/>\nNur zur Sicherheit.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWie erhofft (&#8218;erwartet&#8216; w\u00e4re tats\u00e4chlich \u00fcbertrieben!) legte sich meine Aufregung jedoch St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck mit jedem Teilschritt, den man vor so einem Wettkampf absolviert:<br \/>\n&#8211; Startunterlagen abholen<br \/>\n&#8211; Rennrad ausladen und fahrbereit machen,<br \/>\n&#8211; Startnummern anbringen<br \/>\n&#8211; Rennklamotten anziehen<br \/>\n&#8211; Rad einchecken und Wechselzone einrichten<br \/>\n&#8211; und sich gef\u00fchlt eine Million Mal fragen, ob man an wirklich alles gedacht hat.<\/p>\n<p>Zu meinem Gl\u00fcck gesellte sich Vereinskollege J\u00f6rn f\u00fcr eine Weile zu mir, bevor er dann so langsam mit seinen letzten Vorbereitungen anfing.<br \/>\nUnd schlie\u00dflich war es dann auch f\u00fcr mich so weit:<br \/>\nDen Einteiler hatte ich schon l\u00e4ngst angezogen, daher streifte ich mir nur die &#8218;Stra\u00dfenklamotten&#8216; ab, zog die Schuhe aus und verstaute alles in meiner Tasche, die ich der weltbesten Schwester vor die F\u00fc\u00dfe stellte. Eine herzliche Umarmung sp\u00e4ter suchte ich bereits meinen Weg zum Schwimmbecken.<br \/>\nPl\u00f6tzlich standen Schwesterherz zusammen mit 2 Cousinen und deren Freunden und einem Sohn hinter mir: Sehr sehr cool, dass ihr alle extra bis nach Aachen gekommen seit! Vielen lieben Dank!<br \/>\nNachdem ich dann irgendwie auch meine Startnummer auf den Arm geschrieben bekommen hatte, gings ins Wasser zum Einschwimmen.<br \/>\nKurze Absprache innerhalb der Bahn wer wo startet &#8211; irgendwie wollte niemand erster sein, also ergriff ich 10sek vor dem Start die Initiative und reihte mich vorne ein.<br \/>\nAugenblicke sp\u00e4ter schwamm ich um mein Leben, gejagt von 7 anderen Triathleten, die ich jedoch erstaunlich gut auf Distanz halten konnte.<br \/>\nKurz vor dem Ende meiner 500m konnte ich sogar zum \u00dcberrunden ansetzen!<\/p>\n<p>Nach 8:27min (f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse eine Granatenzeit) dr\u00fcckte ich mich aus dem Wasser und hibbelte auf wackeligen Beinen \u00fcber die Fliesen und den ausgelegten Teppich ins Freie und quer durch die Wechselzone zu meinem Rad.<\/p>\n<p>Hier verschenkte ich ungef\u00e4hr 2 oder 3&#8230; einige behaupten auch 4 bis 5 Minuten, bis ich endlich in der Rennradjacke steckte (das Wetter war nasskalt!), Helm und Brille angezogen hatte und vor allem diese verflixte GPS-Uhr sowie Startnummer parat hatte.<br \/>\nDanach gings dann flott auf den Zubringer des 3-Runden-Radkurses.<br \/>\nEinsam radelte ich in eine Senke und dachte tats\u00e4chlich: &#8222;Aha, das ist jetzt also ein Triathlon?!&#8220;<br \/>\n&#8230; dann tauchte vor mir der erste Rennradfahrer auf.<\/p>\n<p>Mit Puls 180 und dem sprichw\u00f6rtlichen Messer zwischen den Z\u00e4hnen zog ich wenig sp\u00e4ter, noch am Berg, an ihm vorbei.<br \/>\nUnd an noch einem, dann noch einem &#8230; noch einem mit Aerohelm&#8230; und da schon wieder einer.<br \/>\nTats\u00e4chlich habe ich an diesem Tag richtig viele Leute \u00fcberholt, ohne selbst \u00fcberholt worden zu sein.<br \/>\nNach 22km, die 3 h\u00fcgeligen Runden hatten ganze Arbeit geleistet, verlie\u00df ich den Rundkurs und steuerte zielstrebig auf den Beginn der Wechselzone zu: Einer Linie auf der Stra\u00dfe.<br \/>\nSp\u00e4testens hier sollte man neben dem Rad stehen, sonst gibts Zeitstrafe.<br \/>\nWild pedalierend versuchte ich die Klettverschl\u00fcsse der Schuhe zu l\u00f6sen. Klappte links schonmal ganz gut, aber rechts durchfuhr ein stechender &#8222;Minikrampf&#8220; meine Wade. Er verebbte zwar so schnell, wie er gekommen war, jedoch war nun auch die Linie gekommen &#8211; und ich steckte noch im Schuh und der Schuh steckte am Rad.<br \/>\nAlso klickte ich irgendwie den Schuh aus und rannte, links barfu\u00df, rechts mit Rennradschuh zu meinem Rack.<br \/>\nKlick, platsch, klick, platsch, klick, platsch&#8230; und das alles genau vor den Kameras meiner Sippschaft.<br \/>\nOuttakes, ick h\u00f6r dir trapsen!<\/p>\n<p>Beim Wechsel aufs Laufen muss man ja eigentlich nur den Helm ausziehen, die Startnummer vom R\u00fccken zum Bauch drehen und die Laufschuhe anziehen, von daher ging der ganz &#8218;gut&#8216; \u00fcber die B\u00fchne &#8211; wenn man au\u00dfen vor l\u00e4sst, dass ich die Schnellschn\u00fcrer der Laufschuhe nicht zugezogen hatte und die Nummer noch auf dem R\u00fccken hing&#8230;<br \/>\nAber dann war super.<br \/>\nOk, das Laufen an sich war eher &#8230; ungewohnt holperig, die GPS-Uhr wollte nicht von Radmodus auf Laufmodus springen und mir sa\u00df ein Mitstreiter direkt im Genick.<br \/>\nAber sonst war super!<br \/>\nEs ging abermals \u00fcber einen Zubringer auf einen kleinen 2-Runden-Kurs mit je einer harschen 150m-Steigung. Kurz vor ebendieser \u00fcberholte mich mein Mitstreiter und wenig sp\u00e4ter sogar noch ein weiterer. Letzterer war aber mal so richtig schnell!<br \/>\nMit fast platzenden Pulsadern erklomm ich die Steigung und sah vor mir einen langsameren L\u00e4ufer und, gar nicht soo weit davor, mein Mitstreiter von vorhin.<br \/>\nDer aus dem Genick.<br \/>\nSt\u00fcckchen f\u00fcr St\u00fcckchen arbeitete ich mich wieder an ihn heran und kurz vor dem Ende der zweiten Runde, gerade als es flott bergab ging, hatte ich ihn wieder ein.<br \/>\nUnd schaltete sofort von &#8222;Angriff&#8220; um auf &#8222;Verteidigung&#8220;.<br \/>\nDenn jetzt musste ich irgendwie verhindern, dass der Kollege mir auf den letzten 1000m nochmals auf die Pelle r\u00fcckt.<br \/>\nWann immer ich seinen Atem sp\u00fcrte, zog ich das Tempo ein bisschen an.<br \/>\nUnd noch ein bisschen.<br \/>\nMein Atem rasselte.<br \/>\nNochmals erh\u00f6hte ich.<br \/>\nDie Uhr piepste die letzten 600m an.<br \/>\nIch bin kein Zielsprinter. Bisher habe ich auf den letzten 100m im direkten Zweikampf <em>immer<\/em> den K\u00fcrzeren gezogen.<br \/>\nAlso zog ich jetzt nochmal an.<br \/>\nAber so richtig an.<br \/>\nKeuchend, spuckend und mit allem was ich noch zur Verf\u00fcgung hatte, setzte ich mich ab.<br \/>\nWild mit den Armen arbeitend rechnete ich trotz allem noch mit einem Gegenangriff &#8211; doch er blieb aus!<\/p>\n<p>Nach 1:10:16h erreichte ich auf Platz 22 (AK TM30: 3) das Ziel.<br \/>\nDie abschlie\u00dfenden 5km war ich in 20:15min gelaufen. Eigentlich recht langsam, aber uneigentlich tats trotzdem recht weh!<\/p>\n<p>Meine Beine schmerzten zwar einige Zeit, aber mein Grinsen sollte noch erheblich l\u00e4nger wie eingemei\u00dfelt in meinem Gesicht stehen,<br \/>\ndenn: <strong><em>Jetzt bin ich ein Triathlet.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Euer Karsten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MHA Triathlon 2013, Aachen (0,5 \/ 22 \/ 5) &#8222;Hibbelig&#8220; unschreibt es eigentlich ganz gut. 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