{"id":968,"date":"2014-05-25T19:59:00","date_gmt":"2014-05-25T17:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=968"},"modified":"2014-05-30T16:22:11","modified_gmt":"2014-05-30T14:22:11","slug":"thin-red-line","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.dummschwitzer.de\/blogsys2013\/?p=968","title":{"rendered":"Auf der roten Linie t\u00e4nzeln"},"content":{"rendered":"<p><strong>24. Sparda-Bank Triahtlon, Hagen (+++ Oberliga +++)<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ihr die Musik nicht zusagte, so lie\u00df sich mein Schwesterherz es sich zumindest kein bisschen anmerken.<br \/>\nIch unterdies genoss den progessiven Heavy Metal in Dauerschleife, w\u00e4hrend wir in meinem Twingo die Autobahnausfahrt ansteuerten.<br \/>\nSoll mal einer behaupten wir Wettkampfsportler w\u00e4ren abergl\u00e4ubig, aber&#8230; glaubt mir: Wettkampfrituale haben Vorteile!<br \/>\nSie bringen K\u00f6rper und Geist in die richtige Stimmung; erinnern an positive Erfahrungen &#8211; bereiten so innerlich auf das Kommende vor.<br \/>\nUnd da ich auf dem Weg nach Buschh\u00fcttten alleine im Auto sa\u00df und Five Finger Deathpunch auf vollster Lautst\u00e4rke h\u00f6rte, muss Schwesterchen da jetzt durch. Sind ja nicht sooo viele Wettk\u00e4mpfe diese Saison.<br \/>\n&#8222;Die k\u00f6nnen auch super Balladen, sind nur leider keine auf diesem Album drauf&#8220;, versuche ich Stimmung zu machen, w\u00e4hrend Ivan &#8222;The lying! The bleeding! The screaming!&#8220; dazwischen shouted.<!--more--><br \/>\nDas Navi schafft es kaum gegen die Musik an, aber die Strassen kommen mir selbst nach einem Jahr vertraut vor. Die Wettkampfstrecken, vor allem den Aufbau der Wechselzone, hatte ich mir ebenfalls in den letzten Tagen nochmal scharf ins Ged\u00e4chnis gerufen -g\u00fcr irgendwas muss dieses Situationsged\u00e4chnis schlie\u00dflich gut sein- und war auch in Gedanken die Radstrecke schon mehrmals abgefahren.<br \/>\nDiesmal w\u00fcrde ich keine &#8222;Einf\u00fchrungsrunde&#8220; brauchen, soviel stand mal fest!<br \/>\nDirekt neben den Kollegen, die heute in der Verbandsliga starten w\u00fcrden, parkten wir, luden schnell aus und ab gings ins Freibad.<br \/>\nDort erwarteten uns dann auch schon J\u00f6rg und Linda bei herrlichstem Sonnenschein. Kein Vergleich zu letztem Jahr!<br \/>\nMatthias und Andreas stie\u00dfen wenig sp\u00e4ter ebenfalls dazu und ab gings durch den Check-In. Fast alle anderen Teams hatten schon aufgebaut, die Stimmung war grandios und letzte Unsicherheiten zum Trainingsstand wurden einfach weggescherzt.<\/p>\n<p>Am Beckenrand angekommen, w\u00fcnschten wir uns alle gegenseitig Gl\u00fcck und Erfolg und schossen noch ein Vorher-Foto.<br \/>\nIn unserer Bahn wurde sich wie gewohnt abgesprochen und ich gab meine Leistung mit 17-18 Minuten an. Irgendwie waren alle anderen &#8222;unter 17&#8243;&#8230; naaja, also doch als letzter los.<br \/>\nKurze Nachfrage beim Rundenz\u00e4hler, ob er die letzten 100m ansagt, oder nicht -was er best\u00e4tigte- und der Startschuss ging hoch.<br \/>\nNach 10m wusste ich, dass meine beiden Vorderm\u00e4nner entweder \u00fcbertrieben hatten, oder ich doch schneller als 17min bin. Ich schwamm mein gewohntes Tempo und klebte den Jungs schon nach 20m auf der H\u00fcfte. Na toll!<br \/>\nDie erste Wende verlief chaotisch wie immer wenn 8 oder 9 Mann nahezu gleichzeitig aufs Bahnende treffen.<br \/>\nIch entschloss kurzerhand auszuschwenken und min 2 Pl\u00e4tze vorzuschwimmen, um etwas mehr Platz und Tempo zu bekommen.<br \/>\nGesagt, getan. Oh wow, das ging ja echt gut!<br \/>\nJetzt klebte ich aber wieder einem weiteren Schwimmer auf der Pelle, der jedoch nur ein wenig langsamer war als ich es gerne h\u00e4tte.<br \/>\nKann aber auch der Wasserschatten sein&#8230; mal abwarten.<br \/>\nEin paar Bahnen zogen wir dicht an dicht hintereinander her und ich z\u00e4hlte noch eifrig mit, 8 von 20 hatten wir, dann wurde mein Vordermann nochmal merklich langsamer.<br \/>\nLeider schwomm er nicht \u00e4u\u00dferst rechts, sondern eher mittig. Links vorbei ging also nicht wegen des Gegenverkehrs und wann immer ich rechts zwischen ihm und der Absperrung durch wollte, kassierte ich Pr\u00fcgel und tritte. Einmal erwischte es mich voll am linken Brillenglas, zum Gl\u00fcck frontal sodass es zwar gut wehtat, aber die Brille blieb dicht. Beim n\u00e4chsten Versuch kassierte ich mehrere Rippentritte und musste nach Luft ringend den \u00dcberholvorgang abbrechen.<br \/>\nSchlie\u00dflich kickte der Kollege mir meinen Schnellverschluss der GPS-Uhr vom Handgelenk und nur mit Gl\u00fcck konnte ich ihn im Vorbeischwimmen noch auffischen. die n\u00e4chsten 70m schwamm ich also links mit Faust, bevor ich Schnellverschluss schlie\u00dflich am Schwimmausstieg an den Beckenrand werfen konnte. Jetzt hatte ich aber die Faxen dicke und 50m sp\u00e4ter konnte ich endlich an diesem Kollegen vorbeiziehen, was mich fast die gesamte Bahnl\u00e4nge kostete. Noch in der Wende zog er allerdings wieder vorbei, setzte sich vor mich&#8230; und trat mir wieder vor die Schulter.<br \/>\nOk, lassen wirs dabei&#8230; Zusammen stiegen wir schlie\u00dflich nach 1000m aus dem Wasser, ich erhaschte meinen Schnellverschluss, warf die Badekappe weg und noch bevor ich richtig stand war auch schon die Schwimmbrille vom Kopf und ich lief zum Rad.<br \/>\nDort staunte ich nicht schlecht, denn es waren nicht nur mehr R\u00e4der als gewohnt in den Racks, nein J\u00f6rg stand auch noch dort und zog sich gerade den Helm auf.<br \/>\nKrass, also da muss ich ja mal riiichtig geil schnell gewesen sein. \u00c4hm, nein. J\u00f6rg ist (wie alle auf seiner Bahn) 100m zuviel geschwommen.<br \/>\nAber egal, ich wollte unbedingt vor ihm aufs Rad, einfach weil ich noch nie als Nichtletzter aufs Rad bin.<br \/>\nHelm auf, Rad aus dem Rack und los. Yeeehaaa, perfekter Wechsel&#8230; aber halt!<br \/>\nMein Startnummernband h\u00e4ngt noch am Lenker.<br \/>\nUnd ich stehe bereits 10m vom Rack entfernt auf der Wiese mit dem Rad in der Hand. Das ist 1. echt uncool und 2. auch nicht soo regelkonform.<br \/>\nKurzentschlossen legte ich Noho auf die Seite und friemelte das Band vom Lenker, w\u00e4hrend die Bugflasche langsam auslief.. Shit.<br \/>\nJ\u00f6rg rannte an mir vorbei zum Radaufstieg, ich richtete Noho wieder auf und hechtete hinterher. Nebeneinander stiegen wir auf, wobei ich feststellen musste, dass beide Schuhe mit der Sohle nach oben in den Pedalen hingen, da beie Gummis beim Hinlegen des Rades ebenfalls gerissen waren.<br \/>\nIrgendwie friemelte ich meine F\u00fc\u00dfe auf die Schuhe und fuhr los. J\u00f6rg war 10m vor mir.<br \/>\nAuf dem Zubringer war \u00dcberholverbot angesagt, aber im Endeffekt wars auch gut so, denn so konnte ich in aller Ruhe und ohne Angst vor Dr\u00e4nglern erstens meine Schuhe richtig anziehen, danach den Schnellverschluss der GPS-Uhr wieder ums Handgelenk binden und den F\u00fcllstand meiner Bugflasche kontrollieren.<br \/>\nZum Gl\u00fcck war viel weniger verloren gegangen als bef\u00fcrchtet!<\/p>\n<p>Mit dem Verlassen des Zubringers zog J\u00f6rg an seinem Vordermann vorbei &#8211; und ich an J\u00f6rg.<br \/>\nZum ersten Wendepunkt ging es relativ flach, hierher fuhr ich mir erstmal die Beine warm, denn der zweite Wendepunkt lag 100m hoch am Hang. Am Fu\u00dfe des Berges legte ich das kleine Blatt auf, blieb aber in Aeroposition und fuhr mit fast 25km\/h die Serpentinen hoch. Fast wie im Spinningkurs!<br \/>\nOben angekommen wusste ich, dass ich gar nicht mal soo schlecht im Teamranking lag: Matthias hatte zwar noch einen gr\u00f6\u00dferen Vorsprung (er ist aber auch ein wahnsinns Schwimmer und guter Radfahrer!), Andreas w\u00fcrde ich aber noch auf der ersten Abfahrt erreichen k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Links-Rechts-Kurven sind ein Traum f\u00fcr jeden Motorradfahrer: Erst gings steil geradeaus, 80km\/h konnte man hier schon erreichen, dann folgte eine 180\u00b0 Rechtskurve mit Doppelleitplanken, die man schon noch mit etwas \u00fcber 40 nehmen konnte. Dann ging es in eine 180\u00b0 Linkskurve, in der ich stehend tretend Andreas in der Innenseite \u00fcberholte.<br \/>\nNach einem kleinen Geradeausst\u00fcck folgten zwei 180\u00b0 Linkskurven, die man schon arg flott angehen konnte und dann gings nochmal Schussfahrt geradeaus und \u00fcber eine Br\u00fccke dem letzten, leicht ansteigenden Wendepunkt zu.<br \/>\nIch liebe diese Radstrecke, da sie alles abfragt was einen guten Rennradfahrer ausmacht: Dr\u00fccken auf den ebenen St\u00fccken, Kraft am Berg und Geschick in der Abfahrt!<\/p>\n<p>Oder wie Atze Schr\u00e4\u00f6der einst sagte: Geradeaus kann jeder, aber in der Kurve trennt sich die Spreu vom Weizen.<\/p>\n<p>Da ich mich letztes Jahr aber genau hier abgeschossen hatte und beim Laufen nur noch gelitten habe, hatte ich diesmal einen anderen Fahrplan:<br \/>\n1. Runde Vollgas<br \/>\n2. Runde ruhig am Berg, hart bergab<br \/>\n3. Runde Vollgas<br \/>\n4. Runde ruhig am Berg und ruhig bergab, aber wieder mit etwas Druck zur WZ<br \/>\nUnd dann mit m\u00f6glichst lockeren Beinen hart anlaufen.<\/p>\n<p>Der Plan ging sich auch ganz gut aus und so war ich guter Dinger, als ich die Wechselzone ansteuerte.<br \/>\nDass dort Matthias noch an seinem Rad stand und sich gerade auf die Laufstrecke begab wunderte mich zwar im ersten Moment etwas, aber zugleich spornte es mich auch immens an: So nah war ich ihm noch nie gekommen!<br \/>\nMein zweiter Wechsel verlief diesmal aalglatt. Rein in die Schuhe, Red Bull PowerShot gekippt, Brille auf und noch im Umdrehen die GPS-Uhr umgeschaltet.<br \/>\nLeicht f\u00fchlten sich meine Bein an, der Plan ging auf, diesmal hatte ich mir nicht zuviel auf dem Rad zugemutet. Ich pacte weiter und weiter, nach wenigen Metern war ich mit Matthias gleichauf und zog im 3:30er-Schnitt vorbei.<br \/>\nF\u00fcr einen Moment verflog meine Leichtigkeit, denn mir war klar, dass ich dieses Tempo garantiert nicht auf 10km w\u00fcrde halten k\u00f6nnen. Die Frage war also nicht ob, sondern wann ich einbrechen w\u00fcrde.<br \/>\nDiese Gedanken sp\u00fclte ich mir mit dem ersten Schwamm aus dem Kopf und konzentrierte mich wieder auf das Rennen.<br \/>\nVor mir auf dem Kurs gab es nur ganz wenige blaue Oberliga-Wettkampfnummern, daf\u00fcr ganz viele Verbandsliga-Schilder.<br \/>\nIch hangelte mich also von Verbandsligisten zu Verbandsligisten zu Verbandsligisten, da war ein Vereinskollege, den feuerte ich im Vorbeilaufen geh\u00f6rig an, und weiter und weiter ging es.<br \/>\nDass mein Bruder mich mehrmals auf der Laufstrecke fotografierte, mir offenbar auch was zurief, nahm ich gar nicht mehr wahr.<br \/>\nBei jedem 400m Piepsen der Uhr kontrollierte ich die Pace: 3:47, 3:54, 4:02, 3:40, 3:51&#8230; nicht wirklich konstant, aber auf hohem Niveau!<br \/>\nDie Sonne brannte immer mehr, ich begann zus\u00e4tzlich zu den Schw\u00e4mmen Wasserbecher aufzunehmen und mir \u00fcber den Kopf zu sch\u00fctten, nachdem ich einen kleinen Schluck getrunken hatte.<br \/>\nDer neue Einteiler ist wirklich der Hammer: Noch bevor der Becher ganz leer war, sp\u00fcrte ich wie die Fl\u00fcssigkeit von dem Material verteilt und nahezu auf meinem gesamten K\u00f6rper transportiert wurde.<br \/>\nEin k\u00fchlender Effekt trat nahezu auf der Stelle ein.<br \/>\nUnsere Verbandsligisten waren mittlerweile alle von der Strecke, daf\u00fcr kamen offenbar die ersten L\u00e4ufer der zweiten Oberliga-Startgruppe.<br \/>\nEs wurde wieder voller und abermals hangelte ich mich von Teilnehmer zu Teilnehmer durchs Feld.<br \/>\nWann immer mir meine Teamkollegen entgegen kamen, reckte ich den Daumen hoch und grunzte laut. Eigentlich wollte ich was smartes zurufen, aber das war nicht mehr drin.<br \/>\nNach sage und schreibe 36:49min f\u00fcr 9,71km und einer Gesamtzeit von 2:06:16h beendete ich schlie\u00dflich den Wettkampf auf Gesamtplatz 6 und als Team erreichten wir tats\u00e4chlich den 2. Platz in der Tageswertung!<br \/>\nIm Vergleich zum letzten Jahr hatte ich auf jeder der 3 Einzeldisziplinen erheblich Zeit gut gemacht, sodass ich am Ende fast 13 Minuten unter der letztj\u00e4hrigen Zeit bleiben konnte.<br \/>\nKlar, ein Teil davon kann man dem erheblich besseren Wetter zuschreiben, und vor allem die Schwimmzeit ist purer Trainingslohn, aber ich denke die hammerm\u00e4\u00dfige Laufzeit r\u00fchrt zum Teil auch von meiner gescheiten Radtaktik her.<\/p>\n<p>was f\u00fcr ein geiler Tag!<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter liefen im freien Feld auch noch Franzi und Linda unter unserem Applaus ins Ziel.<br \/>\nFranzi war bei den Frauen auf einen tollen 2. Platz gelaufen und Linda hatte ihr pers\u00f6nliches Ziel, n\u00e4mlich unter 3 Stunden zu finishen, mit knapp 12 Minuten deutlich erreicht!<\/p>\n<p>Alles in allem war es ein super sch\u00f6ner, sonniger und famili\u00e4rer Tag f\u00fcr alle anwesenden ASV-Athleten.<\/p>\n<p>Jetzt hei\u00dft es erholen f\u00fcr Harsewinkel,<\/p>\n<p>Euer Karsten<\/p>\n<p>Der Wettkampf in Zahlen:<br \/>\n<strong><br \/>\nOberliga, Hagen (1,0 \/ 43 \/ 9,7)<\/strong><\/p>\n<p><code>Team ASV K\u00f6ln II: Platz 2\/18<\/p>\n<p>Matthias: 2:08:39h, Platz: 10<br \/>\nAndreas: 2:08:39h, Platz: 10<br \/>\nJ\u00f6rg: 2:17:01h, Platz: 42<\/p>\n<p>Karsten: 2:06:16h, Platz: 6<br \/>\nS: 0:17:15h (51,8sek\/50m)<br \/>\nT: in \"B\"<br \/>\nB: 1:12:12h (35,64km\/h)<br \/>\nT: in \"B\"<br \/>\nR: 0:36:49h (3:47min\/km)<\/code><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24. 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